6. Dezember 2017

Die Zeit wird es zeigen...

Nun ist es passiert... nach meinem Blogpost "Sie macht mit mir Schluss" vom 18.10.2017 ist es letzte Woche dann wirklich geschehen!

Letzte Woche hatte ich meine letzten Therapiesitzung. Da ich vorab schon vorgewarnt war, ging ich auch mit dem entsprechenden Gefühl in die Sitzung. Ich fühlte mich einerseits erleichtert und war froh darüber, dass ich zukünftig nicht mehr dorthin muss (obwohl ich meine Therapeutin wirklich sehr mochte). Andererseits war ich traurig.

Traurig darüber, dass ich zukünftig meinen Weg wieder alleine gehen muss. Traurig darüber, dass ich einen Menschen aus meinem Leben verloren habe. Eine Frau, die ich nun seit schon 9 Jahren kenne (mit 2 Jahren Unterbrechung).

Während der Sitzung besprachen wir kurz die aktuellen Ereignisse (z.B. mein endlos scheinendes Theater mit den Zähnen). Dieses Mal habe ich den Moment bewusster genutzt, da ich mir darüber im Klaren war, dass es meine letzten Möglichkeit war, in dieser Form meine Gedanken und Sorgen loswerden zu können. 

Die letzten 2/3 der Sitzung nutzte sie, um alte Strategien und Gedankenansätze in mir wieder wachzurufen und erinnerte mich daran, was ich in der Vergangenheit bereits alles geschafft hatte. 
Sie sagte mir mehrfach, dass ich auf einem guten Weg sei und sie daran glaube, dass ich mit dem mir zur Verfügung stehenden Mitteln, auch alleine klarkommen würde. (Ich hoffe so sehr, dass sie recht hat!)


Und dann sagte sie etwas, was für mich wirklich plausibel klang und mir höchstwahrscheinlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird. 
Sie sagte:

"Therapie stellt für Sie...
...eine Krücke da, auf die Sie immer wieder zurückgreifen (können). Aber die brauchen Sie gar nicht. Es ist nun für Sie die Zeit gekommen, wieder alleine laufen zu lernen"

Sie hatte recht. Obwohl ich keine engmaschigen Sitzungen hatte (meist lagen 4-6 Wochen zwischen den Sitzungen), hatte ich immer im Hinterkopf, dass sie da ist. Sie, als meine Therapeutin. Sie, die mir Tipps gibt, wenn ich auf Situationen treffe, die für mich schwierig sind. Sie, die viele Dinge mit einer Leichtigkeit annimmt, die ich immer bewundert habe. 
Und nun ist sie nicht mehr da. Sie, die Krücke.

Ich bin gespannt, wie sich die nächsten Monate bei mir gestalten.

Aktuell ist es so, dass ich mich trotz vieler Zahnarzttermine und beginnendem Weihnachtsstress, gut fühle. 

Gut zu wissen ist aber auch, dass ich bei Bedarf noch die Möglichkeit habe, in welcher Form auch immer, Therapie in Anspruch zu nehmen. Zwei Jahre zwar nun nicht mehr in dieser Regelmäßigkeit, aber dennoch könnte ich die "Akutsprechstunden" nutzen.
Daran möchte ich aber eigentlich gar nicht denken.

Ich versuche nun erst einmal ohne die Hilfe einer Krücke zu gehen und alles andere wird die Zeit zeigen.

Bis dahin...

L.H.P.

Kommentare:

  1. Nun. Es gibt Momente, da würde ich andere gerne in den Arm nehmen und voller Zuversicht und ohne Zweifel sagen: "Alles wird gut.". Das fällt mir schon im echten Leben schwer. Betrachte folgende Worte bitte mehr als ein Glückskeksspruch:

    Als stiller* Leser glaube ich ganz fest an dich. Alles wird gut.

    *Sorry.

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    1. Das ist wirklich lieb von dir :)

      Ich hoffe, du nimmst dir diese Wort auch selbst ein wenig zu Herzen, denn "alles wird gut".

      Ganz liebe Grüße

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