21. Juni 2017

Ein Pfirsich im Krankenhaus

Wie in meinem vorherigen Blogpost (hier) bereits erwähnt, war eine ambulante Behandlung im Krankenhaus geplant, welche dazu dient, meine Blase gründlich zu untersuchen.

Zuvor habe ich absichtlich nicht beschrieben, um welche Untersuchung es sich genau handelt und das, aus einem einfachen Grund... ich hatte Schiss...
Geplant war eine urodynamische Untersuchung: Eine Untersuchung, bei der die Blase mit einem Katheter langsam gefüllt wird. Dabei werden Elektroden auf der Bauchdecke befestigt (um Reizweiterleitung und Auffälligkeiten direkt bestimmen zu können) und der Unterleib wird geröntgt. Achja... eine kleine Sonde wird (laut meinen Recherchen) noch zusätzlich in den Enddarm geschoben, um die Blase von allen Seiten zu untersuchen.

Wie ihr lesen könnt, klingt das alles schon ziemlich gruselig und unangenehm. Dementsprechend war meine Angst bzw. Sorge vielleicht nicht 100% berechtigt, aber irgendwie doch verständlich.


Montag war nun dieser Tag der Tage... ich hatte die Nacht kaum geschlafen, hatte die Stunden vor der Fahrt ins Krankenhaus Durchfall, mir war übel, ich hatte weder Durst noch Appetit... ich fühlte mich einfach schlecht. Aber hey... 


...ich wollte es durchziehen... wollte mir selbst den Gefallen tun, nun endlich alles abchecken zu lassen.

Da ich vorher schon wusste, dass dieser Tag für mich Stress pur werden würde, bat ich meine Mutter, mich an diesem Tag zu begleiten. Rückblickend bin ich wirklich froh darüber, denn schon die Wartezeiten sind alleine ziemlich zermürbend. 

Um in meiner Nacherzählung nicht zu weit ins Detail zu gehen, überspringe ich die bereits erwähnten Wartezeiten und beginne einfach bei der Untersuchung selbst...

... wie ihr in der Formulierung meiner Sätze schon erahnen konntet.... diese Art der Untersuchung hat nicht stattgefunden und das, aus folgendem Grund:

Die Ärztin setzte sich mit mir zusammen und erfragte, aus welchem Grund die urodynamische Untersuchung durchgeführt werden soll. Ich beschrieb ihr in Kurzversion meinen Leidensweg und das ich seit Jahren nun wieder in urologischer Behandlung bin. Ich beschrieb ihr, wie das alles begann, wie und wo ich bereits in psychologischer Hinsicht behandelt wurde und das im Vorfeld auch schon einige Präparate ausprobiert wurden. 

Sie war sehr interessiert und verstand, dass ich mit dieser Kontrolle abklären wollte, ob vielleicht doch ein organisches Leiden vorliegt?! Sie begann mit einer gynäkologischen Untersuchung und betrachtete die Blase noch genauer durch eine Ultraschall-Untersuchung. Dann schwieg sie eine ganze Weile und bat mich, mich wieder anzuziehen, damit wir über das Ergebnis sprechen könnten.
Gesagt, getan.... 

... nun ja... das Ergebnis war (für mich) ernüchternd.... organisch scheint alles in Ordnung zu sein. Die Harnröhre ist nicht abgeknickt, sieht gut aus. Blase ist intakt, Beckenbodenmuskulatur ist gut ausgeprägt... usw.... 
Ihre Empfehlung... Weiterbehandlung auf psychologischer Ebene und ggf. ein erneuter Versuch durch ein anderes Medikament, überwacht durch die Urologin.

Die geplante, urodynamische Untersuchung sei aus ihrer Sicht nicht notwendig, da es keinerlei Auffälligkeiten gäbe und mein Harndrang bei der Untersuchung schon vorhanden war, obwohl die Blase nur mit 85ml gefüllt war. Hätte sie (nach eigener Aussage) noch ein "Schnapsglas" dazugekippt, hätte ich schon das Gefühl, ich könne es nicht halten und das, obwohl nichts dafür spricht, das dem so sei. Dazu kommt, dass ich nachts durchschlafen kann, was ein weiteres Anzeichen dafür ist, das organisch alles in Ordnung ist.

Ich hatte ein wenig die Hoffnung, dass es vielleicht doch mehr als nur eine reine Kopfsache ist. Aber jetzt habe ich Gewissheit, dass bei mir alles in Ordnung ist.
Vielleicht hilft mir ja diese Gewissheit, besser bzw. effektiver an meinem Problem zu arbeiten.... nachsichtiger mit meinem Körpergefühl umzugehen... 

Irgendwas muss sich zumindest langsam ändern. Daran werde ich arbeiten.

Bis dahin

...bleibt tapfer...

L.H.P.

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