26. April 2017

Listen über Listen

Ich führe Liste... mal wieder... irgendwie habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass jegliche Art der Therapie mit dem Führen von Listen einhergeht.
Listen über die Häufigkeit meiner Toilettengänge... Listen über die Menge meiner Ein- und Ausfuhr.... und nun schon wieder eine neue Liste....

Wie ich bereits in meinem vorherigen Blogpost beschrieben habe, wurde ja meine Therapie nun etwas umgestellt. In diesem Zusammenhang wurde auch die erwähnte "neue Liste" eingeführt.
Und zwar bekam ich von meiner Psychotherapeutin die Aufgabe, jeden Abend in Stichworten aufzuschreiben, was mir im Laufe des Tages gut getan hat. Dabei können die simpelsten Dinge berücksichtigt werden. Zum Beispiel: Gutes Essen, erholsamer Schlaf, meine Katzen, Zweisamkeit, Familienleben usw....



Dabei geht es vorallem um ressourcenaktivierende Techniken. Normalerweise wird diese Art der Therapie für...
...die Bewältigung von Trauma und Krise verwendet. In meinem Fall dient allerdings die dazugehörige BERLIN-Checkliste eher als Hilfsmittel für die auf mich gezielte Therapie.
Mit BERLIN ist in diesem Fall nicht die Stadt gemeint, sondern ist einfach nur die Zusammensetzung bzw. Abkürzung für folgende Begriffe:
Body
Emotionen
Ressourcen
Liebe
Imagination
Natur

Diese Wörter oder eher Kategorien beschreiben Bereiche, aus denen man Ressourcen in Krisenzeiten oder zur Stärkung des Selbstbewusstseins abrufen kann. In meinem Fall beschreibt es Ressourcenbereiche, mit denen ich mir bewusst mache, was mir im Laufe des Tages Kraft gegeben hat.

Ein paar Beispiele:
Body: Sport, gutes Essen, genussvolles Kochen, schöne Kleidung, Körperpflege...
Emotionen: Zärtlichkeit, Lieblingsmusik, Kerzenschein, Humor, Singen,....
Ressourcen: soziale Beziehungen, Stille, Selbstvertrauen, finanzielle Sicherheit...
Liebe: Partnerschaft, Glaube, Freundschaft, Haustiere, Sexualität,....
Imagination: Wohlfühlort, Träume, Kinobesuch,...
Natur: Vogelgezwitscher, barfuß am Meer durch den Sand laufen, frische Luft,....

Also sitze ich nun da, jeden Abend etwa 5 Minuten, lassen den Tag Revue passieren und grübel darüber nach, was mir alles an dem Tag gut getan hat. Momente, Situationen, Dinge aus denen ich Kraft schöpfen kann und die mir "den Boden unter den Füßen" bewusst machen. Mir zeigen, auf was ich mein Leben aufbaue, auf was ich mich stützen kann und vor allem, auf was ich stolz sein kann.
Und auch hier zeigt sich wieder, dass es eigentlich die kleinen Dinge sind, die uns aufrecht halten.

Ich werde also in den kommenden Wochen fleißig Listen führen. Ein weiterer Termin bei der Urologin steht auch noch an. Es geht also weiter... der Kampf... die Hoffnung... das Vertrauen darauf, dass alles gut wird :)

Bis dahin, bleibt tapfer...

L.H.P.

Kommentare:

  1. Ich finde es kann nie schaden, sich über so etwas Gedanken zu machen. Mir ist beim Lesen eben bewusst geworden, dass ich in der letzten Zeit sehr wenig habe, was ich unter positiven Gefühlen verbuchen könnte. Leider...

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    1. Ja, das kenne ich. Bei mir sind es hauptsächlich auch die wirklich banalen Dinge, die ich nur vermerken kann. Z.B. "Gutes Essen", "Sport", "Katzen"... nichts weltbewegendes, aber dennoch etwas, was am Ende des Tages gut getan hat.
      Zu bemerken, was einem gut tut, ist auch nur der erste Schritt.
      Im zweiten Schritt wird darauf Einfluss genommen.
      Vielleicht kannst auch du das in deinem Fall. Einfluss nehmen darauf, dass da mehr an positiven Gefühlen zu verbuchen sind. Denk daran... auch oder gerade die kleinen Dinge zählen ;)

      Liebe Grüße
      L.H.P.

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