14. Dezember 2016

Einen Gang zurückschalten

Jahrelang habe ich mich damit profiliert, schnell meine Aufgaben zu erledigen, neue Situationen schnell zu begreifen und darauf zu reagieren und dennoch sorgfältig zu sein.
Egal, ob in der Ausbildung oder später im Berufsleben.
Auch privat habe ich mir oftmals Gedanken und Stress gemacht, die/der völlig unnötig ist/war.
Aber das soll jetzt anders werden...

... in den letzten beiden Therapiesitzungen ist mir klar geworden, dass ich mir in meinem Leben einen so immensen Druck mache und dabei vergesse, was es heißt, zu leben.
Ich muss lernen Situationen als die solche wahrzunehmen, die sie sind und nicht als Aufgabe, die zu bewältigen ist. 

Einfach mal die Geschwindigkeit aus meinem Alttag nehmen und mich auf mich besinnen.
Das klingt so einfach und ist dennoch so schwierig umzusetzen.
Ich selbst muss lernen,...

... mich zu bremsen, nicht nur in meinen Handlungen, auch in der Weise, wie ich denke
Mein Kopf kommt nur selten zu Ruhe und natürlich spiegelt sich das auch in meiner Lebensqualität und auch in meiner Angstproblematik wider.

Eigentlich kann ich mich zur Zeit nicht beschweren. Privat bin ich glücklich, in der Arbeit läuft alles reibungslos... also wieso dieser Stress und all die Sorgen?!
Selbst wenn morgen die Welt untergehen würde, würden meine "was wäre,wenn..."-Gedanken nichtig.

Das zu begreifen und zu akzeptieren ist am Ende wieder nur eine Aufgabe, der ich mich stellen muss. Aber ich bin auch fest davon überzeugt, dass es mir gut tun wird. 

Viele Dinge tue ich nur, weil ich muss. Aber den Großteil davon will ich eigentlich gar nicht.
Oder ich will sie und vergesse vor lauter Angst und Sorge, dass ich es eigentlich für mich tue und nicht, weil es getan werden muss.

Das soll sich ändern... und mit ein wenig Geduld und Ruhe, wird es das auch.
Davon bin ich überzeugt.

Gerade jetzt, wo das Jahr sich dem Ende zuneigt und die besinnliche Vorweihnachtszeit vorherrscht, sollte man es doch schaffen, zu sich zu finden. Dinge zu genießen, die im Alltag so schnell untergehen.


Nächste Jahr wird (wenn alles planmässig verläuft) ein anstrengendes, aber auch aufregendes Jahr.
Darauf möchte ich vorbereitet sein, ohne in vollkommene Panik zu geraten.
Ich möchte das, was kommt, genießen können. Mich darauf freuen. 
Bisher geht das nur zähneknirschend, weil ich weiß, wie herausfordernd das alles wird.
Aber im Prinzip tue ich das für mich. Um glücklich zu sein, um "angekommen" zu sein.
Und dieses Abenteuer möchte ich als solches wahrnehmen. 

Augen zu und ins kalte Wasser springen ohne vorher die Risiken zu zerdenken.
Risiken gibt es immer, egal, was man tut. Aber was hat man zu verlieren?!
Und wenn man sich in dieses Unbekannte mit Ruhe hineinwagt, dann kann es doch nur gut werden, oder?

Lasst uns einfach gemeinsam einen Gang zurückschalten... denn wenn man einfach mal langsamer unterwegs ist, nimmt man seine Umgebung viel bewusst war, als wenn sie in hoher Geschwindigkeit an einem vorbeirauscht.

In diesem Sinne...

L.H.P. 

Kommentare:

  1. Da sagst du was.... Mich konnte früher nichts aus der Ruhe bringen. Telefon, 2 Richter die etwas wollten und noch eine Kollegin die fragen wollte, wie etwas funktioniert. Ich bin ruhig geblieben und habe eines nach den anderen abgearbeitet.
    Heute bricht mir beim kleinsten Anflug von Hektik oder Stress der Schweiß aus und ich habe das Gefühl, mir wächst alles über den Kopf. Das HASSE ich, wirklich!

    Ich wünsche dir ein ganz positives neues Jahr.

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    1. Ja, so geht es mir in letzter Zeit auch. Ich komme häufiger an meine Grenzen, obwohl das total unnötig ist. Und das HASSE ich auch :-/

      Ich wünsche dir auch alles Gute und Positive für das neue Jahr :)

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