28. September 2016

Neues aus der Urologie

Letzte Woche hatte ich (wie bereits angekündigt) einen Termin bei einer Urologin und was soll ich sagen... es war äußerst interessant.
Ich war vor dem Termin etwas aufgeregt, weil ich nicht wirklich wusste, was ich zu erwarten habe.
Meine Sorge war, dass sie nach einem kurzen Gespräch direkt ans Eingemachte wollen würde... also direkt eine Untersuchung vornehmen würde. Ich muss dazu anmerken, dass ich ja bereits urologische Erfahrungen gesammelt habe und es damit endete, dass die damalige Urologin einen Eingriff machen wollte, der mir Angst machte und ich deswegen nicht mehr hingegangen bin.



Ich fuhr also mit einer gewissen Grundanspannung zur Praxis und stellte mich an der Rezeption vor.
Dort bekam ich standardmäßig einen Anamnesebogen (ein Fragebogen über Vorerkrankungen etc.) und einen Messbecher mit der Aufforderung, die Toilette aufzusuchen und eine Urinprobe abzugeben. Lustig war es, als...
...die Arzthelferin durch die halbe Praxis brüllte "Na, hat es mit dem Wasserlassen geklappt?" als ich aus den Toilettenräumen kam. Man scheint in der Urologie ziemlich schmerzfrei zu sein :-D

Nachdem diese Prozedur dann erledigt war, fing das Warten an. Ich saß etwa 45 Minuten auf einem viel zu weichen Stuhl in einem viel zu engen Flur und starrte eine geschlossene Tür an. 
Und dann... ja dann wurde ich endlich aufgerufen und konnte mit der Ärztin sprechen.

Ich erzählte ihr von meiner Problematik und meinem Anliegen. Äußerte, dass ich diese Einschränkung bereits seit vielen Jahren mit mir rumschleppe und zwar psychologisch in Behandlung bin, diese aber nur mäßigen Erfolg brachte. 
Sie tippte fleißig Daten in ihren Computer und stellte immer wieder interessiert Zwischenfragen.
Sie erklärte mir, dass es mehrere Ansätze geben könnte, um ein organisches Leiden auszuschließen.
Es gibt Tests, die eine Verkrampfung der Blase ausschließen können. Tests, die eine Verengung der Harnröhre ausschließen usw....
All diese Beschwerden könnten Grund für meine Einschränkung sein. In diesen Fällen ist es medikamentös wohl möglich, mir zu helfen.

Ich erzählte ihr auch, dass mir der Psychologe ein Medikament verschrieben hat (siehe hier), welches ich aber bisher noch nicht eingenommen habe. Sie bat mich darum, mit der Einnahme noch zu warten (insofern es nicht dringend ist), da viele Psychopharmaka eine beruhigende Wirkung auf die Blasenmuskulatur haben. Die Medikamente, die sie mir ggf. zukünftig verschreiben will, haben ebenfalls eine beruhigende Wirkung auf die Blase, was im Zusammenspiel mit den Tabletten vom Psychologen zu viel sein können. Und da die Tabletten der Urologin jederzeit abzusetzen sind und die vom Psychologen allerdings über Wochen ausschleichen müssen, sind wir eben so verblieben, dass ich noch etwas damit warte.

Wir haben nun einen neuen Termin im Oktober vereinbart. Die Ärztin möchte gerne bei diesem Termin die "Stärke meines Strahls" messen, wo ich schon etwas lachen musste, WEIL sie mich bat, mit voller Blase zu erscheinen. Wie bitte soll ich das machen? 
Sie schlug vor, dass ich etwa eine Stunde vor dem Termin nicht zur Toilette gehen soll und dann "entspannt" zur Praxis fahre. Witzig... ich fahre ja nicht mal entspannt zur Praxis, wenn ich unmittelbar vor der Fahrt zur Toilette gegangen bin.
Ich habe mir überlegt, dass ich einfach früher zur Praxis fahre und mich mit einer Wasserflasche bewaffnet ins Wartezimmer verziehe.
Anders wird es nicht gehen... wobei da auch noch immer fraglich ist, ob ich so lange einhalten kann.

Des Weiteren wurde ich aufgefordert, an zwei (nicht unmittelbar aufeinanderfolgenden) Tagen ein Miktionstagebuch zu führen. Das heißt übersetzt, dass ich an zwei Tagen meine Flüssigkeitsein- und -ausfuhr notiere. Diese Daten werden dann anschließend von der Ärztin ausgewertet.

Ich bin gespannt.... 
Fakt ist aber, dass ich schon das Gefühl habe, dass die Frau weiß, wovon sie spricht und mir evtl. wirklich helfen kann. 

Drückt mir die Daumen :)

L.H.P.

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