17. August 2016

Anspannung

Immer wieder treten im Alltag Situationen auf, die eben nicht so alltäglich sind. 
Sie kommen unerwartet und reißen uns einen kurzen Moment aus den routinierten Abläufen. 
Diese Situationen können ganz unterschiedlich sein... ein Unfall auf dem Weg zu Arbeit, neue Aufgabenverteilungen im Job, ein Umzug eines guten Freundes, die Trennung von seinem Partner, Einbruch in der eignen Wohnung oder vielleicht einfach nur ein unerwartetes, ernstes Gespräch.
Und so unterschiedlich diese Situationen auch sind, so unterschiedlich gehen wir damit um. 

Und so unterschiedlich wir Menschen auch sind, so unterschiedlich geht jeder mit ein und derselben Situation um. Was mancher locker und gelassen aufnimmt, stellt für den anderen eine kleine Katastrophe dar. 

In meiner bisherigen Entwicklung hat sich auch das bei mir in den letzten Jahren geändert.
Als Teenager war mir entweder alles egal oder eine gefühlter Weltuntergang... man kennt das ;-)
Ein paar Jahre später nahm ich plötzlich vieles gelassener, setzte Prioritäten im Leben und konnte dementsprechend mit neuen Situationen besser umgehen.
Seitdem ich erkrankt bin, ist es wieder etwas schwieriger geworden. 




Situationen, die von meinem eingeengten Lebensraum/ Alltag abweichen, machen mich grundsätzlich...

... erst einmal nervös. Ich schätze für mich ab, inwiefern ich mich der Situation gewachsen fühle und suche für mich bereits Möglichkeiten, diese Aufgabe mit meinem Handicap zu bewältigen.
Die Anspannung ist je nach Umständen ziemlich hoch, was meine Problematik gerade zu Beginn verschlimmert. Das führt natürlich dazu, dass ich in kurzen Zeiträumen relativ häufig die Toilette aufsuchen muss. 
Je länger ich mich allerdings in einer Situation befinde (n muss) und je schneller ich merke, dass meine Problematik eigentlich kein Problem darstellt, desto eher lässt die Anspannung nach und meine Blase lässt mich länger in der Gegebenheit verweilen.

Solche Momente zeigen mir einfach immer wieder, wie sehr mein Problem psychischer Natur ist. 
Bereits in der Therapie sowie auch während meiner Zeit in der Reha wurden mir verschieden Entspannungsübungen vorgestellt, die bewirken sollten, dass meine Grundanspannung reduziert wird, so dass ausserordentliche Situationen mich nicht so sehr anspannen.

Leider habe ich bisher nur Möglichkeiten gefunden, die kurzfristig wirken und nichts, was wirklich die gewünschte Entspannung erzielt.

Kurzes Update:
Demnächst stehen wieder einige Arztbesuche bei mir an. 
Zu Beginn habe ich einen Arzt aufgesucht, da ich vor habe, meinen Hausarzt zu wechseln. Der neue Arzt scheint sehr kompetent zu sein. In dieser und in der nächsten Woche schaut er sich meine Schilddrüse an (da ich ja seit nun einem Jahr an einer Schilddrüsenunterfunktion leide). Des Weiteren hat er mir eine Urologin empfohlen, bei der ich Ende September bereits einen Termin gemacht habe. Die Ärztin hat bereits viel Erfahrung bei der Behandlung einer Reizblase. Ich erhoffe mir da Verständnis und vielleicht neue Lösungsansätze.
In der kommenden Folgewoche habe ich einen Termin bei einem Psychiater, um mit ihm über eine zukünftige Medikation zu sprechen. Ich war seit Jahren nicht mehr bei ihm, da ich 1. eigentlich diesen Arzt nicht mag und 2. lange Zeit Psychopharmaka für mich abgelehnt hatte. Nachdem ich in den Vorjahren 3 Präparate ausprobierte und nur Nebenwirkungen davon bekam, hatte ich mich dann langfristig gegen die Einnahme entschieden. Aber ich denke, ich würde (nach meiner Angstattacke auf der Schnellstraße), dem Ganzen noch einmal eine Chance geben. Wir werden sehen... Möglicherweise verschiebe ich den Termin auch bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich bei der Urologin war.


L.H.P.

Kommentare:

  1. Die Angstattacke auf der Schnellstraße kam ganz sicher von der Aspirin. Deswegen solltest Du jetzt bitte nicht Psychopharmaka nehmen. Hast Du dich schon mit Meditation beschäftigt?

    http://www.spiegel.de/spiegelwissen/meditieren-als-mittel-gegen-stress-angststoerungen-depressionen-a-937314.html

    LG

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  2. Ich habe in den vergangenen Jahren einige Methoden ausprobiert (ausprobieren müssen) die zur Entspannung beitragen sollten. Leider bisher nur wenig Erfolg damit gehabt.
    Und Aspirin nehme ich nicht. Das hilft mir nicht.
    Aber ich denke, die Angstattacke war ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
    Ich denke aber, dass Psychopharmaka u.U. eine gute Ergänzung sein können. Ich lehne es nicht vollends ab und wie sagt man so schön... Versuch macht klug. Zumindest werde ich erst einmal ein Gespräch mit dem Arzt führen.

    Liebe Grüße

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