20. Juli 2016

Panik vom Feinsten

Letzte Woche ist es mal wieder passiert.
Schon lange war es her, dass es so heftig aufgetreten ist.
Selbst rückblickend betrachtet war es die Hölle.

Aber ich fange erst einmal von Vorne an:
Der Morgen begann bei mir schon zermürbend. Ich hatte starke Kopfschmerzen und mein Kopf war voller Dinge, die mich bereits seit Tagen belasteten. Privat läuft es momentan nicht so rosig, was mir natürlich keine Ruhe lässt. Ich meldete mich bereits schon am frühen Morgen krank, da die Kopfschmerzen unerträglich waren. 
Ich quälte mich aus dem Bett, nahm etwas gegen die Schmerzen ein und legte mich auf die Couch. Den Vormittag verbrachte ich in einem halbwachen/halbdösenden Zustand und merkte, wie die Kopfschmerzen laaaaangsam weniger wurden. Ich war bemüht viel zu trinken und konnte sogar nach einigen Stunden das erste Mal etwas essen.



In diesem Zustand verharrte ich noch einige Stunden. Nachmittags überkam mich dann das Bedürfnis, den Tag doch etwas sinnvoller zu gestalten und...
...raffte mich auf in den Baumarkt zu fahren. Die Kopfschmerzen waren gerade so abgeklungen, dass sie sich nur noch bemerkbar machten, wenn ich mich ruckartig bewegte oder "herrunter" guckte. 
Nun ja... ich stieg also ins Auto und fuhr los. 
Auf dem Weg zum Baumarkt muss ich über eine Schnellstraße. 
Wer in der Vergangenheit "Dieses Kribbeln im Kopf..." gelesen hat, wird sich vielleicht noch an meine Beziehung zu dieser Schnellstraße erinnern können.

Ich fuhr also durch einige Seitenstraßen und gelang dann zur Auffahrt der Schnellstraße.
Schon dort merkte ich, wie langsam Nervosität aufstieg. Noch schien ich mir aber keine Sorgen darüber machen zu müssen. Ich fuhr also weiter und fädelte mich in den fließenden Verkehr ein. Plötzlich merkte ich, wie mein Herz bis zum Hals schlug, mir wurde warm, ich begann zu zittern und konnte kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Ich atmete langsam und bewusst mit der Hoffnung, die Angst "wegatmen" zu können. Fehlanzeige. Als ich bemerkte, dass ich keinerlei Möglichkeit hatte, von der Schnellstraße abzufahren oder rechts anzuhalten, wurde meine Atmung immer schneller und ich kriegte kaum noch Luft. Kurz nach einer Kurve kam eine rettende Bushaltestelle. Ich fuhr direkt rechts ran und versuchte mich zu beruhigen. Als ich mich endlich "gerettet" und sicher fühlte, kam die Verzweiflung auf. 

Wie sollte ich hier wegkommen? Was soll ich nun tun? Weiterfahren? Hilfe holen? Wer könnte mir schon helfen? 
Ich saß eine Weile in meinem Auto und musste der Tatsache ins Auge sehen, dass ich weiterfahren musste. Ich hatte keine andere Möglichkeit. Ich setzte also den Blinker und fuhr direkt wieder auf die Schnellstraße. Es war der Horror. Ich fühlte mich so unsicher, so zittrig, so verlassen.
Ich musste noch etwa 3-5 Minuten weiterfahren, um den Baumarkt zu erreichen.
Dort angekommen, blieb ich noch eine Weile auf dem Parkplatz in meinem Auto sitzen, um das alles zu verarbeiten. Ich war so schockiert über das plötzlich und heftige Auftreten dieser Angst, dass ich noch nicht wirklich begreifen konnte, was da gerade passiert war....

Wer mir länger schon folgt, weiß, dass ich aufgrund meiner Blasenerkrankung riesigen Respekt vor der Autobahn habe und dementsprechend schon laaaaange auf dieser nicht mehr gefahren bin. Auch vor der Schnellstraße habe ich schon längere Zeit Respekt, aber bisher keine Angst.
Das Seltsame war auch, dass sich während der gesamten Angstattacke die Blase kein einziges Mal gemeldet hat. 

Natürlich könnte man nun nach Erklärungen suchen: Die Kopfschmerzen, die Einnahme von Schmerzmitteln, der Kreislauf... was weiß ich... aber vielleicht macht es auch einfach Sinn, es als schlechten Tag abzuhaken

Ich hoffe, dass ich das hinbekomme.

L.H.P.

Kommentare:

  1. Es lag bestimmt an dem insgesamt schlechten Tag den du hattest. Und bestimmt war es auch super, dass du dann weiter gefahren bist. Mach´ dich nicht zu sehr fertig, weil die Panik wieder gekommen ist. Ich weiß, das es leichter gesagt, als getan ist. Toi toi toi

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    1. Dank dir. Ich denke auch, dass einfach viele Faktoren an dem Tag dazu beigetragen haben. Dennoch war es natürlich ein fieses Erlebnis mit bitterem Nachgeschmack.

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