2. März 2016

Warum? Darum!

In meinem letzten Blogpost habe ich euch davon erzählt, wie es mir in den letzten Wochen beim Einkaufen ergangen ist. Und natürlich stell(t)e ich mir immer wieder die Frage nach dem "Warum?".
Warum so plötzlich wieder? Dabei ging es doch schon so lange gut.
Warum gerade dort? Es ist ja jetzt nicht so, als wäre es eine fremde Situation für mich. 
Warum hilft nichts? In der Vergangenheit haben mir doch immer wieder verschiedene Methoden durch solche Situationen verholfen.
All diese Fragen habe ich bisher nicht beantworten können...

Bei meiner letzten Therapiesitzung erzählte ich meiner Therapeutin davon. Für sie war diese Information nichts Neues, da ich ihr bereits vorher schon davon berichtete, dass ich in diesem Jahr bereits eine Panikattacke im Supermarkt hatte. Allerdings schien es auch für sie verwunderlich zu sein, dass wirklich keine Woche verging, in der ich beim Einkaufen nicht irgendwelche körperlichen Angstsymptome aufwies. 
Auch ihr stellte ich die Frage nach dem "Warum?".
Und natürlich versuchte sie erst einmal nach logischen Ansätzen zu suchen...


... sie fragte, ob ich in den Wochen/Tagen zuvor besonders viel Stress hatte?!
Ob...
...mich irgendetwas belastet?! Ob ich wegen irgendetwas dauerhaft angespannt sei?!
NATÜRLICH bin ich angespannt... wer wäre das bei so etwas nicht????

Aber als ich all ihre Fragen verneinte, schien sie auch keine rationale Erklärung für meine Angst zu haben. Allerdings wäre sie ja nun mal keine gute Therapeutin, hätte sie auch auf diese offensichtliche Ratlosigkeit keinen guten Spruch parat.

Als ich wiederholt sagte "Ich verstehe einfach nicht warum!? Warum jetzt!?" meinte sie mit sanftem Lächeln "Sie als Betroffene könne diese Frage sicherlich selbst beantworten.... gibt es für Angst denn eine richtige Erklärung?"

Und verdammt, sie hat recht. Für das, was ich in scheinbar harmlosen Situationen empfinde, gibt es keine rationale Erklärung. Natürlich kann ich alles begründen und meinem Gegenüber meine Empfindungen und Gedankengänge erklären. Aber macht es dann in deren Augen mehr Sinn? Macht es das realistischer? Sicherlich nicht!!!

Die Angst, die wir verspüren (außerhalb lebensbedrohlicher Situationen) ist meist so dämlich und unbegründet, dass man noch so viele Worte verwenden kann, um sie zu beschreiben. Am Ende bleibt sie dennoch Blödsinn!
Also... auf ein "Warum?" kann es eigentlich nur eine richtige Antwort geben: "DARUM!"

Denn ausserhalb dieser trotzigen und kindlichen Antwort gibt es keine rationale Erklärung dafür. Muss man denn auch alles rational begründen können? Nein! 

Also heißt es für mich mal wieder "Hinnehmen und damit umgehen!" und auch das lernt man sicherlich mit der Zeit.
Man MUSS im Leben nicht alles totanalysieren. 

Gerade, weil es auch Situationen in meinem Leben gibt, die weiterhin reibungslos verlaufen. Nur, weil eine bestimmte Situationen mir momentan schwerer fällt als sonst, heißt das noch lange nicht, dass ich einen riesigen Rückschritt gemacht habe. 
Es zeigt mir lediglich, dass ich einfach mal wieder zu viel nachdenke, anstatt einfach zu leben.

Und das werde ich mir weiterhin vornehmen! Leben! 

In diesem Sinne...

L.H.P.

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