9. März 2016

[A-Z] Q und R

Q... wie Quaselstrippe und Quengelei

Situationsbedingt kann ich reden.... reden und reden und reden... ich rede über alles... über Vergangenes, Aktuelles, Gedanken, Gefühle, Erlebtes, Gewünschtes... dazu kommt, dass ich schnell rede... zwar mit Punkt und Komma, aber meist mit Gestik und Mimik untermalt. Gerade, wenn ich jemanden neu kennen lerne und mich in dem Umfeld der Person nicht unbehaglich fühle, kann ich meinen Redefluss manchmal schwer zurückhalten. Meist ist der Grund der, dass ich meinem Gegenüber das Gefühl geben will, dass ich eine offene Person bin mit der man über alles reden kann. Ich möchte anderen Menschen in kurzer Zeit einen umfassenden Einblick von mir und meinem Leben geben, damit man weiß, was man von mir zu halten hat und von mir erwarten kann. Dann gibt es natürlich auch Situationen in denen ich sehr schweigsam bin. Ich höre viel zu, frage nach, wenn es etwas unklar ist und gebe Feedback zum Erzählten. Ich würde von mir behaupten, dass ich sowohl reden, als auch zuhören kann. 


Das Reden fiel mir aber...




... nicht schon immer so leicht. Früher war ich sehr schüchtern und fast schon verschlossen. Erst durch meine Arbeit im Krankenhaus habe ich gelernt, dass es keinen Grund dafür gibt, mit sich als Person hinterm Berg zu halten. Wenn man beruflich viel mit Menschen zutun hat, dann ist man irgendwie gezwungen den Mund mal aufzumachen. Und wenn man dann auch noch in einem Pflegeberuf arbeitet, ist Smalltalk und ein paar nette Worte doch irgendwie Pflicht.
Wobei Pflicht schon ziemlich negativ klingt... es hat mir ja Spaß gemacht UND ich bin dadurch viel selbstbewusster geworden, als ich es zuvor war. 

Ich bin ein Jammerlappen und da habe ich nie ein Geheimnis draus gemacht (siehe hier). Und ja, wenn ich Schmerzen habe und mich nicht wohlfühle, jammer ich. Ok... ok... manchmal quengel ich auch. Ich weiß nicht, ob ich schon immer so war, aber irgendwie glaube ich auch, dass das in meiner Krankenhauszeit entstand. Meine Theorie dazu: Wenn man sich immer um andere Menschen kümmert (kümmern muss) und es einem irgendwann selbst man schlecht geht, sich aber keine wirklich kümmert, nimmt man es entweder so hin oder man fordert es indirekt ein... indem man quengelt und jammert. Das hat weniger mit Aufmerksamkeitssuche zutun, sondern viel mehr mit dem Wunsch, dass sich jemand dem Ganzen annimmt. Und wenn es nur die Geste ist, dass man einem eine Schmerztablette anbietet, wenn man mit Kopfschmerzen geplagt zur Arbeit fährt. 
Einfache Gesten, große Wirkung... wie bei so vielem im Leben.

R... wie Rauchen, Regelmäßigkeit, reisen und Respekt

Ja, auch ich gehöre zu den Menschen mit der schlechten Angewohnheit des Rauchens. Schon früh habe ich damit angefangen. Damals war es Neugierde, weil einfach viele Menschen in meinem Umfeld rauchten. Nachdem die Neugierde dann gestillt war, war auch eine Zeit lang erst einmal gut damit. Dann schlug aber die Naivität eines heranwachsenden Teenagers zu. In meinem damaligen großen Freundeskreis haben gerade die Älteren geraucht, was mich natürlich dazu animierte, dem nachzueifern. Ganz nach dem Motto "Hey, seht her, ich bin auch schon groß und erwachsener, als ich aussehe." Jajaja... und dann wurde aus dem "Hey guck mal" eine Angewohnheit, eine Sucht. Ich rauche nicht viel, zum Glück. Aber komplettes Aufhören würde mir dennoch nicht leicht fallen.
Ich habe immer gesagt, dass ich aufhöre, sobald ich an Familienplanung denke. Denn Rauchen und Schwangerschaft war für mich immer ein No-Go. Aber nach zerbrochenen Beziehungen rückte das Thema immer weiter in den Hintergrund. An Familienplanung war lange nicht zu denken, also gab es lange auch keinen Grund mit dem Rauchen aufzuhören. Und jetzt werden alle Nichtraucher denken: "und was ist mit deiner Gesundheit?". Klar... die eigene Gesundheit sollte Grund genug sein, dem Rauchen ein Ende zu setzen. Aber welcher Raucher denkt an seine Gesundheit, wenn er sich eine Zigaretten anzündet? 

Ich bin ein Gewohnheitstier, eine Planerin. Ich mag es, wenn bestimmte Dinge eine Regelmäßigkeit haben. Ich habe bestimmte Tage, an denen ich bestimmte Dinge tue. Es gibt bei mir zum Beispiel einen Einkaufs- und einen Bügeltag. Eingeführt habe ich das vor allem, weil das für mich lästige Aufgaben sind, die ich immer und immer wieder vor mir herschieben würde. Mit einem festen Tag in der Woche, an dem ich dieses oder anderes erledigen würde, hätte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich dies nicht tun würde. Ich arbeite also mit gezielt gegen mich selbst und was soll ich sagen?! Es funktioniert. Mein Pflichtbewusstsein ist so hoch, dass ich mich echt nicht gut fühle, wenn ich die Arbeit vor mir herschiebe. Allerdings führt das auch dazu, dass ich mir in meinem Alltag noch mehr Stress mache, als nötig. Denn bei mir heißt es dann nicht "Ich wollte heute noch bügeln"... es heißt ;"ich MUSS heute noch bügeln", auch, wenn ich die Einzige bin, die sich diese Pflicht auferlegt.

Ich war irgendwie noch nie ein Mensch, den es in die Ferne zieht. Natürlich möchte man in seinem Leben einige Dinge gesehen haben, bestimmte Situationen erlebt haben... aber so etwas wie ständig plagendes Fernweh kenne ich eigentlich nicht. Ganz selten überkommt mich mal das Bedürfnis dem Alltag zu entfliehen. Aber es geht nicht gezielt darum, diesen oder jenen Ort zu besuchen. Es geht dann eher um das "Hauptsache hier weg".
Aufgrund meiner Einschränkung ist an großartiges Reisen eh nicht zu denken. Da kommt es mir ganz recht, dass ich dieses Gefühl des Fernwehs kaum kenne. 

Respekt ist etwas, auf das ich viel wert lege. Jeder Mensch hat Respekt verdient. Egal, welchen Background diese Personen haben, welches Einkommen, welchen Bildungsstand, welche Ziele und Wünsche... jeder hat Respekt verdient. Daher macht es mich teilweise echt wütend, wenn gerade Menschen in höheren beruflichen Positionen herablassend mit anderen Menschen umgehen. 

1 Kommentar:

  1. Hach, ich könnte ständig reisen. wenn ich nur die Kohle hätte. Am liebsten einmal durch Südamerika, nach Kuba, Barcelona, Rom. *seufz*

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