28. Oktober 2015

Ich radel mich in die Freiheit...


Wie ihr bereits in meinem Blogpost "Wiederentdeckte Liebe" (hier)  lesen konntet, habe ich mir vor Kurzem ein Fahrrad gekauft. Nach 19 Jahren das erste Mal wieder Fahrrad fahren… ein wirklich seltsames Gefühl war das. 

Vertraut und doch irgendwie wieder fremd. Nun hatte ich bereits mehrere Male die Möglichkeit meine "Fahrradfahrkünste" wieder aufzufrischen… bei jedem Mal wurde die Runde größer.

Mit jeder weiteren Fahrt wurde ich sicherer. Ich fuhr an Plätze, die mir gerade in meiner Jugend sehr vertraut waren. Durch Straßen, durch die ich seit langer, langer Zeit nicht mehr gegangen oder gefahren bin. Ich frischte Erinnerungen auf, an die ich seit Jahren keinen Gedanken mehr verschwendete.



Der Kauf des Rades hat sich selbst jetzt schon nach der kurzen Zeit für mich ausgezahlt. Ich fühle mich...

... freier, aktiver und selbst wenn ich nur 20 oder 30 Minuten unterwegs war, habe ich am Ende das Gefühl, etwas Gutes für mich getan zu haben!?

Bisher bin ich immer erst dann gefahren, wenn es abends schon dunkel draußen war. Die Dunkelheit gibt mir irgendwie ein Stückchen Sicherheit. Gerüstet mit Lampen hinten und vorne, sowie einem Reflektorgurt. Natürlich merke ich immer wieder, dass in den letzten Jahren meine Kondition arg nachgelassen hat, aber wer sagt denn, dass man nicht zwischenzeitlich mal ein Päuschen machen darf? 

Abends ist es besonders schön, da ich an einen Aussichtspunkt fahren kann, an dem man über die ganze Stadt schauen kann. Unten die Lichter der Stadt, oben die hellen Sterne. Dort verweile ich meist ein paar Minuten, bevor ich mich wieder auf den Weg mache.

Beim Fahrradfahren denke ich die meiste Zeit überhaupt nicht an meine Einschränkung… schließlich habe ich ja zu tun. Es gibt so viele Dinge auf die ich achten muss (gerade bei Dunkelheit): Schlaglöcher im Asphalt, Fußgänger, Autofahrer, Bordsteine, das Gleichgewicht halten...

Ich denke viel mehr darüber nach, wohin ich als nächstes fahren soll, als über den Füllstand meiner Blase nachzudenken. Und selbst wenn ich mal daran denke, ist der Gedanke schnell wieder verflogen, weil mich immer irgendetwas ablenkt… und wenn es nur die schöne Aussicht ist. 

Ja, ich bin zufrieden. Ich glaube, dass die Anschaffung des Rades eine der besten Investitionen war, die ich seit Langem getätigt habe.

Habt ihr auch etwas, bei dem ihr euch „frei“ fühlt? 

L.H.P.

Kommentare:

  1. 19 Jahre ohne Rad! Wahnsinn. Ich habe es auf 2 Jahre geschafft. Letztes Wochenende ist es auch mir "widerfahren", das ich mir mal ein Rad auslieh. Ich konnte noch fahren, hatte keine Muskelkater in den Oberschenkeln und kam gut an und wieder nach Hause. Und ein wenig frei fühlt man sich auch, wobei es am Anfang ein sehr ungewöhnliches Empfinden ist, so meine pers. Einschätzung.
    Es freut mich jedenfalls für dich.

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    1. Hey Alexander,
      ja... 19 Jahre ist eine verdammt lange Zeit. Vor allem komme ich mir bei dieser Zahl schon ziemlich alt vor ;-)
      Und klar, nach so einer langen Zeit muss man sich erst einmal wieder "einradeln", aber das ging schneller und besser, als ich es erwartet hatte.

      Vielen Dank für dein Kommentar :-)

      Liebe Grüße

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  2. Klasse, dass du etwas für dich gefunden hast. Meine Therapeutin musste mich zum Sport fast "prügeln". In der Schule war Sport der Horror für mich und dann habe ich 20 Jahre nicht mal im Traum daran gedacht, ein Fuß in ein Sportcenter zu setzen. Na ja, aber ihre Erklärung wie wichtig das ist um Spannung und Stress abzubauen hat mir irgendwie eingeleuchtet.
    Ich habe langsam mit Fitness für mollige angefangen. Irgendwann wollte ich mir mal Zumba angucken, weil ja alles darüber spricht. Und ich war soooooo begeistert. Schon immer habe ich Latin-Music geliebt und in der Stunde bin ich auf die Schritte und die Musik konzentriert und denke über nichts anderes nach. Einfach perfekt.....!

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    1. Sport ist für mich auch eine Quälerei, aber das Fahren mit dem Fahrrad sehe ich nur bedingt als Sport an. Viel eher fahre ich für das Gefühl dabei. Das "sich keine Gedanke machen"... und selbst wenn ich total aus der Puste pausieren muss, bin ich so mit dem "Hier und Jetzt" beschäftigt, dass mir meine Blase da bisher keinerlei Probleme machte.
      Zumba habe ich auch schon ausprobiert, allerdings nicht in einem Sportcenter.
      Aber das gefällt mir auch sehr gut :)

      Schön, dass auch du etwas gefunden hast, was die Spaß macht und dir gut tut. :)

      Liebe Grüße

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