21. Oktober 2015

"Du hast doch ´ne Macke..."

Jeder Mensch ist auf seine Art und Weise einzigartig. Jeder von uns hat etwas an sich, was andere besonders zu schätzen wissen oder vielleicht auch als ziemlich nervtötend empfinden.
Aber genau das ist es doch, was uns so einzigartig macht!?
Wir sind, wie wir sind und genau so ist es richtig.
Wir alle haben unsere Macken, unsere Angewohnheiten, unsere Charakterzüge die sehr markant sind.
Und manchmal sind auch gerade die Dinge, die uns selbst an uns sehr stören, welche andere als witzig, niedlich oder charmant empfinden?!


Ich selbst finde "Macken" als etwas, was der Person eine besondere Würze verleiht. 
Man kann...
... sie lieben oder als nervig empfinden, dennoch geben sie dem Menschen Kanten.
Und das finde ich gut.

Abgesehen von meiner psychischen Erkrankung habe ich einige Macken und merkwürdige Angewohnheiten. Es fängt damit an, dass ich mir morgens die Zähne mit einer elektrischen Zahnbürste putze, aber abends eine Handzahnbürste nehme und hört damit auf, dass ich mir abends die Füße eincremen muss, damit ich gut schlafen kann. Für manche klingt es vielleicht verrückt, für mich ist das vollkommen "normal" ;-)
Und wenn man sich darüber im Klaren ist und auch über sich selbst schmunzeln oder lachen kann, macht es eine Macke doch direkt nicht mehr ganz so negativ. 

Aufpassen sollte man nur, wenn die Macke zu einem Zwangsverhalten wird, wobei ich mir denken kann, dass der Übergang fließend ist. 
Jemand, der drei- oder viermal nach dem Herd schaut, bevor er die Wohnung verlässt, ist sich sicher nicht im Klaren darüber, dass er Angstzustände bekommt, sollte man ihm den Blick auf den Herd verwehren?! 
Auch ein Zwangsverhalten muss allerdings nicht immer negativ sein, wenn es einen selbst im Leben nicht behindert oder andere Menschen darin involviert sind. Sollte das allerdings doch der Fall sein, sollte man mal über professionelle Hilfe nachdenken.
Sein Tun zu hinterfragen kann daher ganz nützlich sein.

Für mich persönlich geht die Welt nicht unter, sollte ich mir morgens mal die Zähne mit einer Handzahnbürste putzen müssen oder dürfte mir abends mal nicht die Füße eincremen.
Es wäre zwar für mich nicht besonders angenehm, aber auch nichts, was mich wahnsinnig machen würde. 

Manchmal empfindet man auch etwas als eine "Macke", was anderen gar nicht sonderlich auffällt. Eine laute Lache, das Anlecken des Fingers bevor man eine Seite umblättert, ein chronisches Helfersyndrom... ach wir Menschen haben so viele Eigenarten, die man als Macke auslegen könnte. 
Und dann gibt es wieder Verhaltensmuster oder Eigenschaften, die man selbst als absolut harmlos ansieht, aber andere schon als "Macke" bezeichnen würden.
Der Kauf von Schuhen, wenn es einem schlecht geht oder wenn jemand ständig "Ganz ehrlich" in seine Sätze einbaut... 
Aber solange man sich selbst oder andere damit nicht schadet, sollte man doch einfach darüber schmunzeln und den Menschen so akzeptieren, wie er nun mal ist. 

Macken sind etwas herrliches, wenn man lernt, darüber hinwegzusehen und man gemeinsam darüber lachen kann. 

Akzeptanz ist das Zauberwort.

Wir sollten alle öfter mal ein Auge zudrücken, Macken mit Humor betrachten und sich selbst fragen, ob man nicht selbst genug davon hat :-)

In diesem Sinne...

L.H.P. 


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