2. September 2015

Teil des Lebens

In letzter Zeit habe ich darüber nachgedacht, was mich in meinem Leben prägt und natürlich gibt es viele Einflüsse, die mich zu dem machen, wer ich bin.

Aber viel interessanter finde ich den Aspekt, dass jeder Mensch, der in mein Leben tritt, ein Teil meines Lebens wird. Irgendwie verrückt, wenn man darüber nachdenkt.
Angefangen bei Familie, Freunde, Bekannte... aber auch die Nachbarn, die Kassierin im Supermarkt, der Mann, der auf der Straße nach dem Weg fragt... jeder Mensch, der bewusst wahrgenommen wird, ist ein Teil des Lebens.

Nicht jeder ist prägend, nicht jeder hinterlässt Spuren... aber jeder war auf seine Weise da.
Woran ich das merke? Erinnerungen!




Ein "diese Stimme kenne ich irgendwoher..." oder ein "das hat der Bruder meiner besten Freundin auch immer gesagt..." oder das "du kommst mir bekannt vor...".
Wenn Menschen...


... nur einen Hauch von Erinnerungen hinterlassen, dann waren sie ein Teil meines Lebens. So sehe ich das.
Und das ist etwas, worüber ich mir zuvor noch nie Gedanken gemacht habe.

Über manche Begegnungen ist man froh, fühlt sich bereichert und bei anderen wünscht man sich, man hätte diese Erfahrung nicht machen müssen.

Aber so wie es mir geht, geht es auch vielen anderen. Ich denke, dass gerade ich mit meiner Erkrankung einigen Menschen im Gedächtnis geblieben bin. Schon alleine deswegen, weil man ja nun mal nicht all zu häufig von so etwas hört.
Und spätestens, wenn man irgendwie im Leben wieder mit jemandem in Kontakt kommt, der im Bereich des Urogentialtraktes erkrankt ist, wird man sich vielleicht noch wage an mich erinnern können. 
Es ist natürlich schön, wenn man Menschen im Gedächtnis bleibt... traurig ist es nur, wenn meine Erkrankung das Einzige ist, woran sich die Personen dann noch erinnern.
(Davon gehe ich aber einfach mal nicht aus.)

Ich finde es schön, dass viele Menschen im Laufe einer Lebenszeit ein Teil des Lebens werden. Man kann aus diesen Erinnerungen Schlüsse ziehen, kann sich dadurch weiterentwickeln oder sich einfach nur an schöne Erinnerungen erfreuen.
Und selbst wenn man sich ab und an mal fragt "Woher kenne ich diese Stimme?" oder "Wo habe ich diese Gestik schon mal gesehen?" und die Antwort "nur" lautet "Achja, bei der Frisörin, wo ich vor 3 Jahren mal im Salon war", dann ist es dennoch schön, dass diese Dame einen Eindruck hinterlassen hat, den man nach all den Jahren noch mit sich rumträgt.

Ich sehe es als eine Art Souvenir
Ich kann von jedem Ort, an dem ich war eine Postkarte mitnehmen... aber nicht mit jedem Ort habe ich mich gleich intensiv befasst oder nicht zu jedem Ort würde ich erneut reisen... und so ist es auch mit Menschen...

In diesem Sinne...

L.H.P.

1 Kommentar:

  1. schöner Post! Gefällt mir sehr gut :)
    schau doch auch mal bei mir vorbei: http://sailarace.blogspot.com
    Liebe Grüße, Kathrin

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