24. Juni 2015

**Zwischenpost** - Gedankengänge XI

Mauern fallen lassen; die Gefahr eingehen, schützende Barrieren einreißen zu lassen.
Nach vielen Jahren in denen man enttäuscht wurde, in denen man sich selbst enttäuscht hat, in denen Erwartungen nicht erfüllt wurden, ist es nun an der Zeit das alles ziehen zu lassen.
Weg mit den Gedanken an die Vergangenheit... weg mit dem bitteren Nachgeschmack, der sich immer wieder in die Gegenwart drängt. 
Ein neuer Anfang, unvoreingenommen, einfach so.

Es tut nicht gut, sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, was alles schief gelaufen ist, was alles hätte anders sein können. Leben im Hier und Jetzt.
Dinge nehmen, wie sie kommen. Erwartungen runterschrauben. Durchatmen.

All das fällt nicht leicht. Das tat es noch nie. Aber es ist etwas, an dem es sich lohnt zu arbeiten.
Etwas, was dem Leben so viel gibt und so viele Türen offen hält.
Gedanklich frei sein, sich fallen lassen. Das Glas halbvoll sehen, ohne es mit rosa roten Blümchen verzieren zu wollen.


Es gibt vieles, was unzufrieden stimmt. Vieles, was man gerne ändern würde. Aber das geht nicht. Zumindest nicht von heute auf morgen. Also warum all dem nachtrauern und somit riskieren, keine Fortschritte zu machen?

Mauern fallen lassen... die, die uns viele Jahre vor uns selbst geschützt haben.
Leider schreibt und sagt sich das leichter, als es am Ende ist.
Aber...


... es ist ein Ziel. 

Wovor schützen, wenn man das, was man so sehr versucht zu verhindern, am Ende gar nicht verhindern kann?
Sich einzureden, man könnte sich vor Leid bewahren, ist eigentlich doch totaler Blödsinn.
Fallen lassen, ein Stück weit freier sein, ist das, was man anstreben sollte. 
Jeden Moment bewusst wahrnehmen. Genießen. Passieren lassen.

Dinge nicht immer hinterfragen. Sie nehmen, wie sie sind. Einfach drauf los leben.
Ein Wunsch, eine Hoffnung, ein Bedürfnis. 
Sich fragen, was der Morgen einem geben kann, was Gestern und Heute nicht geschafft hat.
Durchatmen und sich uneingeschränkt fühlen.
Das Gefühl, man habe kaum Grenzen, in die Tat umsetzen.

Alte, festgefahrene Strukturen loslassen. Sich weniger beschränken in dem, was man tut oder in dem, was man tun kann. Immer mit positivem Blick in die Zukunft.
Alles wird gut. Ja, das kann es durchaus.
Wir sind selbst dafür verantwortlich. Und es immer wieder von Vorne zu versuchen, obwohl wir bereits so oft gescheitert sind, ist das, was das Leben lebenswert macht.

Nicht aufgeben. Erneut versuchen. Sich treiben lassen, fallen lassen. Risiken eingehen.
Das Risiko, sich selbst zu schaden oder durch Erlebtes Schaden zu nehmen.
Was haben wir schon zu verlieren? Am Ende kann man nur gewinnen. Und wenn es nur eine Lebenserfahrung ist. Aber wir haben gewonnen?!

Unnahbar zu sein ist nichts, was erstrebenswert ist... sein sollte. Wer Menschen oder Momente, Gefühle und Hoffnung an sich heran lässt, lässt zu, berührt zu werden.
Eine Berührung, die entweder alles verändert oder zumindest in dem kurzen Moment bereichert.
Keine Reue, keine Gewissensbisse. Einfach leben. 

Das Glas ist halbvoll...

L.H.P.

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