22. Februar 2015

Pa...Pan...Panik...Panikattacke

Und schon wieder war es soweit... 
... ich hatte eine Panikattacke.

Nein, das ist sogar gelogen. Es waren zwei. 
Zwei, in einer Situation, innerhalb von ca. 10 Minuten.

Es passierte letzte Woche im Supermarkt, bei meinem allwöchentlichen Einkauf.
Ich war schon innerlich angespannt, als ich auf dem Parkplatz des Supermarktes ankam. Wieso, wusste ich nicht. Nun ja... ich ging also rein und schlenderte von Regal zu Regal. 
Nach ca. 5 Minuten merkte ich, wie ich gedanklich immer wieder Richtung Blase wanderte.
Mir wurde heiß, ich wurde zittrig, ich fühlte mich schwach.
Und egal, wie sehr ich versuchte, mich abzulenken oder mir einzureden, dass gar nichts passieren kann... die Gedanken waren weiterhin da.
Ich blieb also mit meinem Einkaufswagen stehen. 
Mit meinen Blicken fokussierte ich eine Verkäuferin, die gerade dabei war, ein Regal einzuräumen.
Ich stand da, versuchte...





... ruhig und bewusst tief zu atmen. 
Immer wieder stellte ich mir die Frage "Soll ich? Oder soll ich nicht?". 
Ich fragte mich, ob ich die Verkäuferin ansprechen soll...

Mein Ego sagte mir ganz klar, ich solle es lassen.
Mein Körpergefühl signalisierte mir "Wenn du jetzt nicht gehst, dann stehen wir in 2 Stunden immer noch hier".
Nach gefühlten 3 Minuten, in denen ich nun dort stand und mich keinen Meter bewegte, entschied ich mich dazu, meinem "Leid" ein Ende zu setzen und die Verkäuferin anzusprechen.
Ich ging auf Sie zu und fragte höflich, ob es eine Möglichkeit gibt, ihre Toilette zu benutzen.
Sie schaute mich an, lächelte und sagte "Natürlich, kommen Sie mit". 

Nach dieser Situation ging es mir zwar etwas besser, aber die innerliche Anspannung war weiterhin da. 
Nun musste ich allerdings auch meinen Einkauf fortführen... also blieb mir nichts anderes übrig, als die Situation erneut aufzusuchen.

Mich stört es nicht, fremde Menschen anzusprechen und an solchen Orten nach einer Toilette zu fragen. Viel mehr war ich an dem Tag von mir enttäuscht, weil ich so eine Situation schon lange nicht mehr hatte. Eine Situation, in der ich wirklich meiner Angst nachgeben musste und eine Toilette aufsuchen musste.
Normalerweise quäle ich mich dann durch die Situation, bis es mir von alleine wieder besser geht.

Was hat zu dieser Angstattacke geführt?
Nun ja... es sind ein paar simple Dinge, die ich persönlich als Grund für dieses Szenario nennen würde.

Seit dem ich das mit der Blase habe, bin ich in manchen Situationen wie ein AutistIch meine damit, dass ich schwer mir Veränderungen zurechtkomme.
Ich kam in den Supermarkt, suchte mein Salatdressing und griff plötzlich nach Ketchup.
Warum? Die haben die Regal umgeräumt und kaum etwas stand da, wo ich es gewohnt war.
Das war Punkt Nr. 1, der mich nervös machte.

Punkt 2 war, dass an dem Tag viele Mütter mit ihren Kinder unterwegs waren.
Prinzipiell kein Problem. Allerdings waren zwei äußert laute Heulkinder mit dabei, die den ganzen Supermarkt "unterhielten".
Da ich bereits schon anspannt und nervös war, half mir das natürlich auch nicht sonderlich, sondern verstärkte die Anspannung.

Auf Punkt Nr. 3 (und wahrscheinlich auch der ausschlaggebendste Punkt) hat mich mein Lieblingsmensch aufmerksam gemacht.
Letzte Woche gab es bei mir in der Arbeit eine personelle Veränderung.
Dies führte dazu, dass ein wenig Stress ausbrach und am Ende viel mehr Verantwortung und Arbeit auf meinen Schultern lastet.
Das könnte unbewusst dazu geführt haben, dass ich eben mit dieser Grundanspannung diese Situation aufgesucht habe.

Nun ja... was immer es war?! 
Es war nicht schön und hat mich für 2 Tage etwas verunsichert.
Allerdings gab es in den darauffolgenden Tagen immer wieder Momente, in denen ich merkte, dass es anscheinend wirklich nur ein "Ausrutscher" war.

Schauen wir einfach mal (hoffentlich unvoreingenommen), was die nächsten Wochen so bringen.

In diesem Sinne...


L.H.P.

Kommentare:

  1. Du hast das doch gut gemacht. Wir haben alle mal schlechte Tage :-) Sowas nervt, aber... geht. Das war ne Bewährungsprobe, aber immerhin hattest du den Antrieb, dass sich was ändern muss und du dich der Angst nicht ergibst!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. In dem Moment hatte ich leider das Gefühl, ich würde mich der Angst ergeben. Ich habe nachgegeben, aber ich versuche jetzt im Nachhinein dem Ganzen nicht so viel Bedeutung zu schenken.

      Löschen
  2. Ich finde es toll, dass du überhaupt auf Toilette gelassen wurdest. Weil es in Einkaufsmärkten ja eigentlich ein dämliches No-Go ist (Verletzungsgefahr usw.).
    Sei doch nicht enttäuscht von dir, sondern akzeptiere es. Es ist nun mal so wie es ist, und das ist nicht schlimm!!
    Hast du schon mal an Autosuggestion nachgedacht?

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bisher hatte ich nie Schwierigkeiten irgendwo auf Toilette zu dürfen. War sogar schon beim Metzger auf der Toilette, obwohl gerade da wegen Hygiene etc. das sehr fragwürdig ist.
      Was nur wenige Menschen wissen.... große Supermarktketten haben sogar Besuchertoiletten (allerdings muss für den Zutritt das Personal die Räumlichkeiten aufschließen).

      Autosuggestion ist ja quasi das, was mich zu der Angst gebracht hat. Ich habs mir schön selbst eingeredet, dass was passieren kann?!
      Und ja... vor 1 1/2 Jahren hat das auch noch sehr gut geklappt. Allerdings ging es dann eine Weile wirklich gut und dann kam ein "Rückfall". Da waren meine ganzen Fortschritte, die ich mit Autosuggestion erlangt habe, weg.
      Aber wenn ich mich in so einer angsteinflössenden Situation befinde, ist es irgendwie das, worauf ich automatisch zurückgreife.
      Ich versuche mir klar zu machen, dass nichts passieren kann, noch nie etwas passiert ist und selbst wenn etwas passieren würde, es kein Drama wäre.
      Allerdings trainiere ich Autosuggestion viel zu wenig, so dass es nicht fruchtet.
      Ist aber ein guter Ansatz, da wieder mit anzufangen.

      Danke.

      Liebe Grüße

      Löschen
    2. Ja die größeren Märkte haben eine Toilette, jetzt wo du's erwähnst. Bei Kaufland gehe ich sogar auch oft...meistens sind sie eh in größere Centern, daher 'übersieht' man das wohl.
      Hm...aber im Prinzip konzentriert man sich doch auf das Positive?
      Ich habe hin und wieder richtig üble Träume, die mir echt nahe gehen, weil sie sich so beengend anfühlen. Und da bin ich auch schon 2x aufgewacht und hatte so ein panisches Gefühl, als dass man das nicht aufhalten könnte.
      Beim letzten Mal habe ich mir hinterher einfach selbst ein geredet, dass es einfach meine Dämon sind (sind sie wohl), die alles versuchen, um mich "auf der negativen" Seite halten zu wollen.
      Was mir sehr geholfen hat von jemanden der sich auf dem Gebiet auskennt: "Man selbst hat IMMER in Träumen die Kontrolle!"
      Aber Träume sind eben nicht die Realität...
      Wie kam es denn, dass es anders oder ins umgekehrte drehte?
      kannst auch gerne ne Nachricht schicken, wenn das jetzt off topic ist oder zu lang wird. ;)
      LG

      Löschen
    3. Es hat sie ja nie ins Umgekehrte gedreht... es hat ja damit angefangen, dass ich mir eingeredet habe, ich hätte keine Kontrolle mehr über meine Blase (bzw. über meinen Schließmuskel). Davor musste ich mir ja nie etwas "einreden", weil ich meine Körperfunktionen nie in Frage gestellt habe oder in Frage stellen musste.
      Aber wie es begonnen hat, kann man ja in dem Blogpost "Kontrollverlust" lesen (siehe rechte Leiste).

      Ganz liebe Grüße :)

      Löschen
  3. Wie gut ich die Situation doch kenne...und hasse! Panikattacke mitten im Supermarkt ist ganz toll. Ich habe jedes Mal ein mulmiges Gefühl und wenn ich anfangs schon die lange Schlange an der Kasse sehe, dann mag ich am liebsten sofort wieder gehen!
    Wird mit der Zeit hoffentlich auch mal besser...
    LG Fea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Fea_Lina,

      ich merk schon... du weißt genau wovon ich schreibe?!
      Solche Situationen sind nie einfach.
      An manchen Tagen klappt es besser... aber einfach ist es nie.

      Ganz liebe Grüße
      L.H.P.

      Löschen
  4. Liebe Peaches,
    ab heute werde ich auch deinem Blog folgen. Ich arbeite mit psychisch Kranken und kann nachvollziehen, wie es dir gehen muss.
    Ich bin gespannt, was du weiterhin so schreibst.

    Alles Liebe,
    Janina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Janina,
      vielen Dank fürs "Folgen" :)

      Ganz liebe Grüße
      L.H.P.

      Löschen