9. Februar 2015

Man darf auch mal nen Umweg nehmen.

Manchmal im Leben muss man sich bewusst gegen das entscheiden, was vernünftig ist.
Manchmal muss man genau das tun, was für den Außenstehenden wenig Sinn ergibt, aber wo das Herz sagt, dass es genau das Richtige ist.
Und manchmal muss man einfach auf das Vertrauen, was man so sehr hofft, anstatt alles in den Sand zu setzen und immer zu befürchten, einen großen Fehler gemacht zu haben.

Wie schon in der Vergangenheit öfter beschrieben (siehe hier und hier und hier) gehöre ich zu der Sorte Mensch, die sich gerne durch ihr Bauchgefühl leiten lassen.
Und obwohl das absolut meiner Erkrankung (da diese durchweg nur durch das Hirn verursacht wird) und meinem Wesen widerspricht, habe ich oft die besten Entscheidungen allein aufgrund eines Gefühls getroffen.

Und auch, wenn die Vernunft etwas anderes sagt, so ist es doch so, dass sich der Kampf um das, was einem so viel bedeutet, am Ende lohnt.
Wieso sollte man auch einfach so etwas entscheiden, wenn man vorher nicht probiert hat, ob es auch anders funktioniert?!


In vielen Lebenslagen mag es sein, dass...



... der rationale Weg der einfachste und beste Weg ist.
Aber was wäre das Leben schon, wenn alles so einfach wäre?!
Und solange man das Ziel auf dem anderen Weg nicht aus den Augen verliert, sollte man es manchmal doch wagen, einen Umweg zu gehen.

Natürlich könnte man die Autobahn nehmen, um sein Ziel zu erreichen.
Es ist bequemer, schneller und problemloser.
Aber dann verpasst man all die schönen Aussichten, die man auf der kurvenreichen Landstraße hätte.

Manchmal lohnt es sich einfach, einen holprigeren und nicht so einfachen Weg zu wählen, wenn es das ist, was das Bauchgefühl oder das Herz so sehr verlangt.
Und auch, wenn es vielleicht länger dauert, bis man sein Ziel erreicht... wichtig ist es doch, dass man es am Ende erreicht und damit glücklich ist. 

Sollte man jedoch auf dem Weg feststellen, dass das Ziel so einfach nicht zu erreichen ist, dann hat man eine Erfahrung fürs Leben mitgenommen und kann gepackt mit dieser Erfahrung und Erinnerungen umkehren, um sich doch für den anderen Weg zu entscheiden.

Dazu kommt, dass ich selbst dazu neige, den schwierigeren Weg zu gehen, um währenddessen daran zu zweifeln, ob dies auch wirklich das Richtige war und dann beginne, hin und her zu überlegen, ob ich weitergehen oder doch lieber umkehren soll.
Da ich allerdings ungerne aufgebe und um das, was mir wichtig ist kämpfe, entscheide ich mich meist dafür, den Weg bis zum Ende bestreiten zu wollen.
Aber ja... zweifeln darf jeder, zweifeln ist menschlich.

Und schlimmer wäre es, wenn man einfach naiv in eine Richtung blickt, ohne mal zurückzuschauen und sich zu fragen "Ist das hier das Richtige, was ich gerade tue?".
Denn wer das einmal tut und diese Frage mit einem "Ja, sicher" beantworten kann, der wird mit der Zeit seine Zweifel verlieren und gefestigter Richtung Ziel laufen.

Zumindest habe ich bisher diese Erfahrung gemacht.
Und wenn ich am Ende dann zurückschaue und mir den Weg ansehe, denn ich hinter mich gebracht habe, dann weiß ich, dass sich all die Zweifel und Umwege gelohnt haben. Denn sie haben bewirkt, dass die Entscheidung, die man getroffen hat, gefestigt ist und wird daher zukünftig weniger hinterfragt.

Also... wieso die Autobahn nehmen, wenn es auch die Landstraße gibt? ;-)

L.H.P. 

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