7. Januar 2015

Abstand - Die seelische Tankstelle

Da dies mein erster Blogeintrag in diesem Jahr ist, wünsche ich euch zuallererst ein frohes neues Jahr.
Hoffentlich hattet ihr alle einen angenehmen Start und konnte die Feiertage genießen.

Ich selbst habe schöne Feiertage mit den Menschen verbracht, die mir am meisten bedeuten.
Also alles richtig gemacht, könnte man sagen ;-)

Und auch diesmal hat der Pfirsich wieder die Chance genutzt und ist auf Reisen gegangen. Nun ja... weit bin ich nicht gekommen. Das Ziel war (wie in letzter Zeit öfter) der gleiche Ort, an den es mich schon hier verschlagen hat. 
Ich bin diese Strecke in den letzten Monaten nun schon ein paar Mal gefahren und muss sagen, dass es immer besser funktioniert. Meine Toilettenpausen werden nicht weniger (3 Pausen finde ich für meinen Stresspegel vollkommen okay), aber ich variiere die Abstände, die Plätze und bin durchweg gelassener (zumindest die meiste Zeit). 



Abgesehen davon habe ich auch gemerkt, dass dieser räumliche Abstand zu meiner gewohnten Umgebung mir ziemlich gut tut. 
Klar... gedanklich wander ich immer mal wieder nach Hause, weil ich manchmal doch ein schlechtes Gewissen habe, meine Katzen von meiner Familie versorgen lassen zu müssen....
... aber....


... ich habe aufgrund meiner Erkrankung die letzten Jahre soooooo unendlich viel Zeit zuhause, in meinen eigenen 4 Wänden verbracht, dass ich glaube, mir das jetzt einfach gönnen zu dürfen. 
Andere fahren jährlich in den Urlaub und erlauben sich kleine Wochenendtrips, während ich diejenige war, die fremde Haustiere hüten durfte, weil ich ja nirgendwohin konnte.
Ich glaube, ich darf nun auch einmal so "egoistisch" sein und die Zeit außerhalb meiner Komfortzone einfach genießen. 

Es geht für mich nicht einmal darum, Verpflichtungen zu entfliehen. Viel mehr ist es für mich eine Art seelische Tankstelle. Von zuhause weg. Andere Dinge sehen. Mich an einem anderen Ort, außerhalb der eigenen Wohnung geborgen und sicher fühlen. 

Das Schöne für mich ist, dass aus einer angsteinflößenden und stressbesetzten Situation (der Autofahrt) nun ein Ereignis wurde, was für mich fast schon selbstverständlich wurde.
Es ist mir nicht unangenehm an den Tankstellen nach der Toilette zu fragen.
Es macht mir keine Angst mehr an einer Rastmöglichkeit vorbeizufahren, da ich die Strecke nun kenne und weiß, wann die nächste Möglichkeit auf mich wartet.
Ich bekomme kein Herzrasen mehr, sollte der Verkehr mal etwas stockender voran gehen.
Die fremden Straßen und Örtchen machen mir keine Angst mehr, weil ich sie kenne und mich teilweise schon darauf freue, durch die kleinen Orte zu fahren, um zu sehen, wie sie sich in der Zeit zwischen zwei Fahrten verändert haben (Weihnachtsdeko, Jahreszeiten, Baustellen etc.).
Selbst ein Hungergefühl (Blogpost dazu hier) ist nichts mehr, was mich von einer Fahrt abhalten könnte.
(Dieses Problem habe ich bei meiner letzten Fahrt mit einem spontanen Einkauf an der Tankstelle gelöst ;-) )

Ich selbst halte nicht viel von Vorsätzen fürs neue Jahr. 
Sie werden in den seltensten Fällen umgesetzt und eingehalten.
Aber wenn ich mir etwas vornehmen sollte, dann, manche Situationen gelassener zu sehen und weniger nachzudenken (wie oft ich mir das schon vorgenommen habe...), um nicht alles zu ZERdenken.

Worauf will ich eigentlich hinaus?
Sich Freiheiten zu erarbeiten und sich Sicherheiten aufzubauen ist etwas, was man nur dann schafft, wenn man es auch tut. Allein der Gedanke daran, versetzt noch keine Berge.
Und ja... jeder Anfang ist schwer und manchmal braucht man mehrere Tritte in den Hintern, bis man begreift, was man eigentlich im Stande ist zu tun. Aber wenn man einmal begriffen hat (und damit meine ich WIRKLICH begriffen hat), wie etwas funktionieren kann, wenn man es wirklich will, dann ist das auch mit anderen Dingen möglich. Man muss es nur wollen und einen passenden Weg dafür finden?!

Ich habe noch viele Situationen vor mir, wo ich einfach lernen muss, weniger zu denken und mehr zu tun. Alles, was ich oben so nett geschrieben habe, ist daher nicht nur eine Motivation, die an euch als Leser zu verstehen ist, sondern auch etwas, an das ich mich selbst immer wieder erinnern muss.
Und egal, in welcher Beziehung, Erfolg ist definitiv Arbeit.
Sei es beruflich, privat, gesundheitlich usw.

Also lasst uns die Ärmel hochkrempeln und daran arbeiten, öfter erfolgreich zu sein.

In diesem Sinne...

L.H.P. 

Kommentare:

  1. Ich kann dir da nur Recht geben! Zu was wären wir nicht alles imstande, wenn wir nicht stetig so viele Ängste, Zweifel und Sorgen hätten. Es ist ein unglaubliches Gefühl, es 'verstanden' zu haben.
    Und ja, Egoismus ist nicht schlimm, ich finde sogar ein Muss (zum Wohle aller Beteiligten).
    Liebe Grüße

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  2. Liebe Peaches,
    Ein sehr schöner Post. Ich wünsche dir ein gutes, erfolgreiches Jahr und viel Kraft und Mut. Du bist auf einem guten Weg.
    LG Bee

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    1. Hallo Bee,
      vielen Dank für die lieben Worte.

      Lieben Gruß

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