7. Dezember 2014

Verpatzte Chancen

Oft gibt es Situationen, in denen ich mich fühle, als seien mir die Hände gebunden. 
Situationen, in denen ich mir wünschte, ich würde einfach mal über meinen Schatten springen und das tun, was ich so gerne tun würde?!
Aber was hält mich davon ab? 
Eigentlich nichts... außer die Angst.

Und gerade das ist es, was es für mich so schlimm macht.
Ich stehe da und bin hin und her gerissen.
Von dem, was ich so gerne tun würde und von dem, was mir so sehr Angst bereitet. 



In diesem Gedanken-Chaos, in dem eine kurze Pro- und Kontraliste erstellt wird, versuche ich für mich eine Art "Auffangnetz" zu finden. Eine Art Sicherheitsfallschirm, sollte ich es doch wagen und sollte es dann schief gehen. 

Aber wie könnte das aussehen?
Mit dieser Art Sicherheit meine ich...


... eine Möglichkeit für mich, meiner Angst nachzugeben, sollte diese eindeutig zu heftig auftreten. 
Die Möglichkeit, eine Toilette aufsuchen zu können, würde ich mich in einer Situation befinden, in der es schwierig für mich ist, die Angst auszuhalten.

Aber leider gibt es nicht oft diese Möglichkeit.
Und im Prinzip wäre das auch keine Art, die Angst zu überwinden, sondern diese einfach zu "unterdrücken", bis sich diese so sehr in den Vordergrund spielt,wo ich sie einfach nicht weiter ignorieren kann.

Was würde mir das also bringen? Ein kleines bisschen mehr Freiheit und eine Art Training, bevor ich mich wage, einen Schritt ohne Auffangnetz zu gehen.

Wisst ihr... man gewöhnt sich schnell daran, dass der Lebensraum kleiner wird und man gewöhnt sich auch noch zusätzlich daran, dass die Tätigkeiten, die man in diesem kleinen Lebensraum ausführen kann, immer begrenzter werden. Aber woran man sich nicht gewöhnt, ist die Wut und die Trauer, die man verspürt, wenn man kurz davor ist, aus diesem selbst gebauten Gefängnis auszubrechen und dann doch wieder klein beigibt. 
Diese Enttäuschung sich selbst gegenüber, wieder den einfachsten Weg gewählt zu haben.

Und dann beginnt man wieder zu verdrängen. Man stempelt das Geschehene als erneute, verpatzte Chance ab und blickt nicht mehr zurück. 
So lange, bis erneut eine dieser Chancen auftritt und man wieder hektisch das Für und Wider abwiegt.

Ich weiß nicht mal mehr, wie es sich anfühlte, als ich ohne zu zögern Dinge tun konnte.
Als ich Verabredungen nicht aus Angst absagte oder Tätigkeiten mied, an denen ich Spaß hatte. 
Ich weiß es wirklich nicht mehr...

L.H.P. 


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