12. November 2014

Die Tagesform macht's!

Das Heimtückische bei der Angst ist die Tatsache, dass sie nicht stagnierend gleich verläuft. Das wäre schließlich für den Betroffenen und sein Umfeld zu einfach?!
Man könnte einen konkreten Plan gegen die Angst entwickeln und täglich mit einer festen Strategie dagegen angehen. Man würde sofort Fortschritte wahrnehmen können und an ihnen wachsen.
Aber so läuft das leider nicht…
So wie die Laune eines Menschen, so ist auch die Angst tagesformabhängig.
 

Es gibt Tage an denen fühlt man sich ausgeruht, fit, motiviert, gut gelaunt und die Angst zeigt sich nur kaum bis gar nicht.
Dann gibt es wieder diese Tage, an denen man sich einfach schlapp und demotiviert fühlt. Wie sagt man so schön? Man...
...ist „mit dem falschen Fuß aufgestanden“. Und das äußert sich auch in Bezug auf die Angst. Gerade an solchen Tagen tritt sie verstärkt auf ODER man ist von vorneherein so unsicher, dass man sich gar nicht wagt, angstbesetzte Situationen aufzusuchen.
 
Daher kann es auch vorkommen, dass man tagelang seine Ruhe hat, am Leben aktiv teilnimmt und vielleicht sogar schon an eine Besserung der Symptomatik glaubt. Und kaum wiegt man sich in „Sicherheit“, tritt sie wieder auf. Mit einem großen Knall ist sie wieder da und weckt Zweifel.
Durch dieses ewige Auf und Ab, dieses andauernde Hin und Her ist es für einen Angstpatienten schwierig zu sagen, ob man am Ende einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht hat oder eben nicht.
 
Es gibt viele Faktoren, die eine große Rolle spielen. Man kann also nicht sagen, dass man eben täglich früher schlafen geht, um am nächsten Tag ausgeschlafen, fit und motiviert zu sein. Manchmal reicht das eben nicht. 
Ich persönliche glaube, dass die innere Einstellung dabei sehr wichtig ist.
Und diese lässt leider an manchen Tagen sehr zu wünschen übrig.
Wenn man fast jeden Tag seinen Schweinehund überwinden muss, mit sich selbst innerliche Diskussionen führt und immer einen Schritt mehr als andere gehen muss, um das Ziel zu erreichen, geht das irgendwann auch auf die mentale Kondition.
Daher ist es mir schier unmöglich jeden Tag mit der gleichen Motivation an die Sache ranzugehen.
Und daher gibt es auch immer wieder Phasen in meinem Leben, in dem ich einfach so „dahintreibe“ und schaue, wohin mich der Tag bringt. Ohne ein konkretes Ziel bzgl. meiner Angst zu verfolgen. Ohne Großes zu erwarten.
 
Also was ist der erste Schritt für die erfolgreiche Therapie einer Angsterkrankung?
Der Wille, die eigene Einstellung, die Lust am Leben.
Wenn man nicht an diesen Punkten ansetzt, dann sind alle weiteren Schritte vergebens.
Zumindest sehe ich das so.
 
Also… die Tagesform macht’s!
 
In diese Sinne…
 
L.H.P.

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