29. September 2014

Und manchmal öffnet sich eine Tür...

Als ich vor einigen Jahren meine zweite Ausbildung absolvierte, hatte ich eine wirklich schwere Zeit. Meine Erkrankung war stark ausgeprägt, die Umstellung vom Krankenhaus ins Büro fiel mir nicht leicht und das Arbeitsklima in meinem Ausbildungsbetrieb war furchtbar.
Alles in allem war es wirklich nicht leicht für mich, die Motivation zu finden, mich jeden Morgen zur Arbeit zu quälen.
Schon damals war für mich klar... sobald die Ausbildung vorüber ist, werde ich diesen Betrieb mit einem verbalen Stinkefinger verlassen. Und so tat ich das auch.

Die Zeit danach war erlösend und ich hatte das Gefühl, ich hätte genau das Richtige getan. 
Noch heute ist es so, dass ich diesen Schritt nicht bereue. 
Jedoch hatte ich damals einen Wunsch, der sich nicht so leicht erfüllen ließ.

Ich wünschte mir, dass ich einfach mal eine Zeit erleben darf, in der ich sowohl beruflich, als auch privat mal zufrieden bin, mit dem, wie es gerade ist. 
Gerade die Problematik mit meiner Erkrankung hat es oft schwierig gemacht, den privaten und vor allem auch den beruflichen Alltag zu bestreiten.

Die Jahre danach waren ein ewiges Auf und Ab. Privat glitt mir alles aus den Händen und ich konnte nur dabei zusehen, wie das, was man sich jahrelang aufbaute, mit der Zeit auseinander brach.
Beruflich hatte sich zwar etwas entwickelt, was mir durchaus gefiel und mich ausfüllte, allerdings war auch dieses Glück unbeständig, weil ich wusste, dass es nach einer Weile wieder zu Ende sein würde... schließlich war ich nur befristet.

Als ich dann auch beruflich mich von dem verabschieden musste, was mir so viel Freude bereitete, gab es eben eine Zeit, in der ich mich ernsthaft fragte, wie das alles nur weitergehen soll.
Ich war allein, ohne Arbeit und hatte auch keinen Schimmer, was mich zukünftig erwarten würde.



Das Einzige, was mich aufrecht hielt, war die Tatsache, dass ich zumindest...

...in Bezug auf meine Erkrankung kleine Fortschritte gemacht hatte.
Aber auch das konnte eben nicht Alles sein?!

Vor etwa 3 Monaten hatte ich dann das unverhoffte Glück, eine Arbeitsstelle zu finden, die mir Spaß macht, mich ausfüllt und in der ich, als Mensch geschätzt werde.
Zumindest beruflich habe ich das Gefühl, dass ich auf dem richtigen Weg bin, dort das Kapitel "Die Suche nach dem Glück" abzuschließen. Zusätzlich habe ich die Hoffnung, dass ich in naher Zukunft wieder mit einer Person zusammenarbeiten kann, die mir schon während meiner Ausbildung viel Kraft und Zuversicht geschenkt hat. Wenn sich dieser Wunsch von mir dann noch erfüllen würde, wäre zumindest beruflich alles perfekt.

Auch mein Privatleben entwickelt sich aktuell in eine wunderbare, positive Richtung, so dass ich mich diesbezüglich nicht beschweren könnte. Im Gegenteil... ich war schon lange nicht mehr so zufrieden.

Und was ist mit der Erkrankung? 
Da ich unter einer psychischen Einschränkung leide, die sich körperlich äußert, habe ich noch immer die Hoffnung, dass sich mein psychisches Leiden etwas mildert oder gar verschwindet, wenn ich einfach mal eine Phase in meinem Leben erreiche, in der ich mit mir, meinem Umfeld und meinem Lebensweg zufrieden bin. Vielleicht ist das Blödsinn, vielleicht verlange ich selbst zu viel von mir und vielleicht würde auch Zufriedenheit nichts an meinen Symptomen ändern?! Aber wer weiß das schon? Innerliche Zufriedenheit und die Einstellung, die einen durchs Leben führt, kann so viel bewirken, dass für mich einfach nichts ausgeschlossen ist. 

Ich kann also nur weiter hoffen, an mir und meiner Lebenseinstellung arbeiten und versuchen, mich und meine Psyche in Einklang zu bringen.
Denn auch nach all den Jahren glaube ich daran: "Alles wird gut..."

In diesem Sinne...

L.H.P. 

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