5. Juni 2014

Unnötige Körperreaktionen durch Erinnerungen / Das Hirn ist mir ein Rätsel

Ich persönlich bin seit knapp 2-3 Jahren soweit, dass Panikattacken nur noch äußerst selten und in sehr schwacher Form auftreten.
Wer aber schon einmal eine Panikattacke hatte, weiß, mit welchen Begleiterscheinungen diese einhergeht, bzw. einhergehen kann.
  • Herzrasen
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Druck auf der Brust; "beklemmendes Gefühl"
  • "weiche Knie"
  • Ohrensausen
  • das Gefühl, ohnmächtig zu werden
  • schnellere Atmung, weil man das Gefühl bekommt, zu ersticken
  • ...
Natürlich treten nicht alle dieser Begleiterscheinungen auf, aber oftmals treten zumindestes mehrere zeitgleich auf (da sie auch oft miteinander in Verbindung stehen). 


(Quelle: https://thomaseibel.wordpress.com/tag/selbstrechtfertigung/)


Was mir in der Vergangenheit vermehrt aufgefallen ist, ist das Gefühl, was ich habe, wenn etwas in meiner Umgebung oder gar mit mir selbst ist, was mich stark an das Gefühl während einer Panikattacke erinnert. 
Das könnten z.B. folgende Situationen / Auslöser sein:
    • Ein tiefer, dumpfer, langanhaltender Piepton, welche in einer Sendung im Fernsehen im Hintergrund einer Szene gespielt wird, um dem Ganzen mehr Dramatik zu verleihen
    • Das Gefühl von "weichen Knien", wenn man ein starkes Hungergefühl hat oder sich leicht unterzuckert fühlt
    • Das beklemmende Gefühl, was man bei starker Hitze empfindet (z.B. in einem Auto im Sommer)
    • ...
Wenn eines dieser oben genannten Beispiele auftritt, empfinde ich manchmal etwas, das schwer mit Worten zu beschreiben ist. 
Es ruft in mir die Erinnerung an eine Panik hervor, was wiederum ein Gefühl auslöst, welches sich anfühlt, als würde man kurz vor einer Panikattacke stehen.
Es ist wirklich schwer zu beschreiben. Jemand, der bereits mit Panikattacken seine Erfahrungen gemacht hat, kann es eventuell nachempfinden.

Ich versuche es noch einmal anders zu erklären.
Ich denke, dass "Ohnmacht" ein gutes Beispiel dafür ist.
Jemand, der bereits einmal im Leben ohnmächtig war, wird sich bestimmt noch daran erinnern können, wie das Gefühl kurz vorher war. Eine Unsicherheit, das Gefühl der Schwäche, die Angst vor dem Verlust der Kontrolle über seinen Körper.... gerade, wenn die Ohnmacht durch Kreislaufschwierigkeiten oder Unterzuckerung hervorgerufen wird, merkt man ja zuvor ein sehr unangenehmes Gefühl.
Oft ist es auch so, dass die Menschen, die bereits in der Vergangenheit in Ohnmacht gefallen sind und sich noch an dieses Gefühl vor der Ohnmacht erinnern können, zukünftig viel sensibeler auf ihr Körpergefühl achten werden
Das heißt, wenn man sich anschließend nochmals schwach, zittrig, unsicher fühlt, rechnet man viel eher damit, dass dies ein Anzeichen einer drohenden Ohnmacht sein könnte, als jemand, der zuvor noch nicht diese Erfahrung machen musste.

Und genau so würde ich dieses Gefühl beschreiben, welches ich eben habe, wenn etwas in meiner Umgebung oder in meinem Empfinden mich an die Begleiterscheinungen einer Panikattacke erinnert.
Das heißt, höre ich eben einen solchen tiefen, dumpfen Piepton, merke ich, wie mein Herz plötzlich schneller schlägt, obwohl es gar keinen Grund dafür gibt.
Es ist auch nichts, was eine Panikattacke auslöst. Aber es fühlt sich schon merkwürdig an und kommt (wie auch die Attacken) plötzlich und ohne Vorwarnung. 
Allein die Tatsache, dass dieser Piepton ähnlich klingt, wie das "Ohrensausen", welches man während einer sehr stark ausgeprägten Panikattacke hat, veranlasst den Körper in Alarmbereitschaft zu gehen.
Ähnlich ist es mit den "weichen Knien", die man vielleicht aufgrund einer leichten Unterzuckerung verspürt. Man erinnert sich daran, dass dies ja auch bei einer Panik auftritt und schon kommt dieses mulmige Gefühl in einem hoch.
Das Gefühl lässt sich aber gut unterbinden und meist durch 2-3 mal tiefes, bewusstes Atmen verdrängen.

Es ist mir nur aufgefallen und ich bin jedes mal fasziniert, wie das Hirn Situationen, Gefühle und Geräusche abspeichert und im Unterbewusstsein Körperreaktionen ausgelöst werden, ohne, dass man selbst bewusst etwas dafür tut. 

Vielleicht geht es aber auch nur mir so, weil ich einfach sehr empfindlich geworden bin.
Jedoch kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass es nur mir so ergeht?!

Ich bin gespannt, wie lange mein Hirn brauchen wird, um abzuspeichern, dass solche Geräusche und Situationen "harmlos" und "ungefährlich" sind, um zukünftig dann keine unnötigen Körperreaktionen hervorzurufen.

Abwarten...

In diesem Sinne...

L.H.P.

1 Kommentar:

  1. Oh ja, das kenn ich sogar ganz gut! Hab dasselbe Gefühl bei dem Piepton, da fängt mein Herz auch an schneller zu schlagen und ich fühle mich irgendwie "beklommen". In meiner Zeit als ich regelmäßig Panikattacken hatte, konnte ich auch nicht in Disco's gehen, da der Bass der Musik mein Herz so zum klopfen brachte, dass ich fast umgefallen wäre. Gottseidank hat sich das gelegt! :)

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