13. April 2014

Die Angst und die Arbeitswelt

Wie bereits in früheren Posts beschrieben, bin ich ja dank der Befristung meines letzten Arbeitsverhältnisses wieder auf der Jobsuche. Und was gehört dann natürlich dazu? 
Richtig .... Vorstellungsgespräche
Die meisten Menschen können sich sehr gut an ihre Vorstellungsgespräche in der Vergangenheit erinnern und wissen auch, wie nervös man an solchen Tagen sein kann.
Nervosität führt bei vielen auch zu vermehrtem Harndrang. Ja.... natürlich gehöre ich auch dazu.
Das bedeutet, dass ich also nicht nur mit meiner Angst zu kämpfen habe, sondern auch mit tatsächlichem Drang. 
Die Stunden vor den Vorstellungsgesprächen sind immer die Schlimmsten. 
Ich werde nervös, zittrig und mir ist schlecht. 
Auf dem Weg zum Gespräch werde ich plötzlich ruhiger und fokussierter.
Beim potentiellen Arbeitgeber angekommen, stelle ich mich erst vor und frage dann höflich nach einer Toilette. Damit ist das auch schon mal aus dem Kopf....

(Quelle: http://www.beobachter.ch/arbeit-bildung/stellensuche/artikel/bewerbung_burn-out-muss-ich-es-erwaehnen/)

Während des Gespräches hat mein Kopf so sehr mit den anfallenden Fragen, der angestrengten Körperhaltung und dem höflichen und professionellen Auftreten zutun, dass die Blase kaum bis gar keine Rolle spielt.... zum Glück.

ABER (es wäre ja zu schön, um wahr zu sein, würde es kein ABER geben)....


 ... der Arbeitgeber schaut auf meinen Lebenslauf, sieht eine abgebrochene Ausbildung und fragt natürlich, aus welchem Grund die Ausbildung abgebrochen wurde.
In der Regel antworte ich mit "aus gesundheitlichen Gründen". 
Für viele Arbeitgeber ist dies ein verbaler Maulkorb, denn er würde zwar gerne wissen, um was es dabei ging, darf aber aus rechtlichen Gründen nicht weiter nachfragen. 


Wie man ja an diesem Blog und meinen bereits erfolgten Erzählungen entnehmen kann, gehe ich ziemlich offen mit meiner Angst und die daraus resultierenden Einschränkungen um.
Da ich also mit offenen Karten spielen möchte und es nicht fair finden würde, dem Arbeitgeber meine gesundheitliche Einschränkung zu verschweigen (abgesehen davon, kommt das bei einer Einstellung sowieso heraus), erkläre ich jedes mal, was ich hatte/habe und inwiefern sich das auf die Arbeit auswirkt (so gut wie gar nicht!!!). 



Ich glaube, dass die meisten, die dies lesen, sich nur denken "Meine Güte... wieso macht die das? Ist die blöd?", aber ich kann nur sagen, dass die Reaktionen der Arbeitgeber durchweg positiv waren.
Jedes mal bedanken sie sich für meine Offenheit, erklären mir, dass dies nicht schlimm sei und keinerlei Auswirkungen auf folgende Entscheidungen hätte. 
Ein Arbeitgeber machte sogar Scherze und meinte, dass die Arbeitsstelle ja dann für mich perfekt wäre, da sich sowohl links, als auch rechts neben dem Büro Mitarbeitertoiletten befinden würden. 

Und jetzt werden sich wohl viele Fragen, warum ich denn dann noch keine Stelle gefunden habe, wenn die Arbeitgeber doch so locker damit umgehen?!
Tja... das hat viele Gründe, z.B. mein Alter (fast 27, noch keine Kinder... das könnte dazu führen, dass ich in Kürze an Familienplanung denke), meine Berufserfahrung (nach der Ausbildung habe ich 2 Jahre in einer anderen Position gearbeitet), fehlende Fremdsprache (viele Arbeitgeber wollen neben den erweiterten Kenntnissen in englisch, noch eine weitere Fremdsprache) ...

Was ich mit diesem Post sagen will.... 
... ich habe in den vergangenen Jahren einfach gemerkt, dass man zu seinen Einschränkungen stehen sollte?!
Ich persönlich finde es fairer und unkomplizierter, wenn man direkt mit offenen Karten spielt und sich vor Ort dazu erklärt. Oftmals hat man so viele Befürchtungen, die sich im Nachhinein als Blödsinn herausstellen?!

Versucht es einfach mal öfter mal mit der Ehrlichkeit [nicht nur bei Vorstellungsgesprächen ;-) ]...

In diesem Sinne...

L.H.P. 

Kommentare:

  1. Hallo,
    ich hoffe es ist o.k das ich deinen Blog bei mir verlinkt habe?

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    1. Das ist vollkommen in Ordnung... vielen Dank dafür :) Und schön, dass du den Weg auf meinen Blog gefunden hast.

      Liebe Grüße

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    2. Hallo liebe L.H.P da ich leider nich viel von blogs verstehe wuerde ich dir gern meine geschichte erzählen nur will ich das nich hier in den kommentaren machen (ziemlich lang) wo kann ich dir mal schreiben?
      Lieben gruß E.B.

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    3. Liebe/r E.B.,
      gerne darfst du mir deine Emailadresse über das Kontaktformular in der rechten Sidebar schicken. Werde dann mit dir Kontakt aufnehmen.

      Liebe Grüße

      L.H.P.

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