22. März 2014

Manche wissen es einfach besser....blabla

Wie so oft im Leben gibt es immer wieder Situationen, bei denen man auf Menschen trifft, die meinen, sie würden die Welt viel besser verstehen und alle, die es anders sehen, haben keine Ahnung. 
Und gerade, wenn es um etwas Wichtiges geht, verharren diese Menschen auf ihre Meinung, ohne sich dem anzunehmen, was andere dazu sagen. 
Selbst, wenn alle Argumente gegen die Aussage dieser Person sprechen, bleibt sie standhaft bei ihrer Meinung. 

Während meiner nun 6 jährigen Erkrankung habe ich schon öfter mit dieser Gattung von Menschen zutun gehabt. Und in der Regel verläuft die Reaktion in drei Phasen ab.

Die erste Phase: DAS INTERESSE
Die Person fragt nach, um was es sich bei meiner Erkrankung handelt. 
Sie erfragt, wie ich damit lebe und inwiefern mich dies einschränkt. Natürlich wird auch danach gefragt, was ich schon alles unternommen habe, damit dies aufhört?!

Doch dann folgt Phase Zwei: DAS MITLEID
Die Person schaut mich an, verzieht das Gesicht, als ob man ihr den liebsten Schokoriegel geklaut hätte und äußert, dass es ihr leid tut, dass ich in diesem Alter schon so etwas durchleben muss. 
Manchmal wird sogar Körperkontakt gesucht, indem mir die Person an die Schulter fasst und ihr Mitleid bekundet. 
Und das geht genau so lange, bis ...

(Quelle:http://www.devk-bo.de/wp-content/uploads/275983.jpg)


Phase Drei auftritt: DAS (BESSER-)WISSEN
Jetzt hatte diese Person also schon einige Minuten um sich mit meinem Sachverhalt zu beschäftigen und somit genügend Zeit, sich darüber ein paar Gedanken zu machen. Und was folgt dann??
Natürlich ... Vorschläge, was man hätte anders machen können. "Sinnvolle" Tipps, wie diese Person damit umgehen würde. Oder der Klassiker ... "Ich kenn da Jemanden, der hatte mal so was Ähnliches...." und dann wird mir haargenau erklärt, wie diese/r Bekannte/r  ihre Erkrankung "besiegen" konnte. 

In solchen Momenten weiß ich natürlich, dass diese Person es nur gut mit mir meint. 
Aber ganz ehrlich... etwas "Ähnliches" zu haben, bedeutet nicht, dass man meine Situation nachvollziehen kann.
Etwas "Ähnliches" zu haben, heißt nicht, dass beide Personen auf die gleiche Strategie simultan reagieren.
Ich versuche bei diesen Aussagen immer ruhig zu bleiben und zu erläutern, warum dieses und jenes nicht für mich in Frage kommt, aber diese Personen lassen selten davon ab und wollen mir wiederum erklären, warum ich es trotzdem ausprobieren sollte und was sie sich davon versprechen.

Es scheint mir, als ob diese Personen heimlich Medizin studiert haben und dies keiner weiß, da sie sich nicht mit ihrem Doktortitel profilieren möchten :-)
Aber ganz im ernst... ich höre es mir an, äußere meinen Standpunkt dazu und lenke das Thema irgendwann in eine andere Richtung. 
Natürlich bin ich öfter deswegen genervt, aber trotzdem versuche ich mir geduldig deren Ratschläge anzuhören, da es ja doch sein könnte, das mal etwas Sinnvolles dabei zustande kommt.
Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben ... 


In diesem Sinne...

L.H.P. 

 

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