18. Dezember 2013

Die Angst vor der Angst

„Flughäfen, sie machen mir Angst. […] Ich hab Angst vor Anschlussflügen…. die ich kriegen muss. Angst, vor dem Umsteigen, vor dem Rennen und vor dem nicht wissen wohin…. und davor, wie ich das rauskriege. Meine Angst ist, ich schaffs vielleicht nicht.“

„Wenn du den Flug verpasst, was wäre dann?“  

Dann gehe ich vielleicht verloren und ich bin dort auf ewig eingeschlossen und verfaule in einem einsamen Terminal, von dem keiner weiß.“

„Und das Flugzeug ist weg?!“
 
„Nein. Das wäre nicht der Grund für die Angst.“  

„Wovor hast du dann Angst?“

„Davor nicht zu wissen, ob ich es verpasse?! Ich fühle mich immer unwohl zwischen zwei Sachen. Ich hab Angst davor… das ich Angst bekomme, so ist das.“
 
„Das ist das Schlimmste auf der Welt, glaube ich!“
                                                                                            (Quelle: Film: Take This Waltz)




Wie man sieht.... Ängste sind weit verbreitet. Und es ist auch immer schwer einer Person dies verständlich zu machen, die zuvor nie etwas mit solchen Ängsten zutun hatte. 
Es ist schwierig, jemandem begreifbar zu machen, was die Angst in einem auslöst und wieso sie einen Menschen so blockieren kann. 
Selbst die Angst vor Angst ist etwas, was womöglich nur die Personen nachvollziehen können, die davon selbst betroffen sind oder betroffen waren. 
Es hat auch ein wenig damit zutun, dass man ein Szenario befürchtet... damit rechnet, dass dies unter bestimmten Umständen eintreten kann und man selbst nicht viel dagegen tun kann.
Es ist eine Art Machtlosigkeit, die dazuführt, dass man zumindest im Kopf bereits auf das Schlimmste vorbereiten sein will. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit äußerst gering ist, dass etwas Derartiges eintritt, ist es doch möglich ... irgendwie... in den Köpfen der Betroffenen. 

So unterschiedlich, wie wir Menschen sind, so unterschiedlich äußern sich auch unsere Ängste.

Als ich den Film gesehen habe, ist mir sofort diese Szene im Gedächtnis geblieben. 
Sie rührte mich zu Tränen, weil ich mal wieder feststellte, dass ich nicht alleine damit bin.
Das ich nicht alleine auf diese Weise meinen Alltag bestreite. Das ich nicht als Einzige solche Szenarien in meinem Kopf durchgehe....
Es macht die Tatsache nicht besser, aber für mich leichter zu akzeptieren. 

L.H.P. 

(Quelle: http://i1.ytimg.com/vi/8mewbyMvnVc/maxresdefault.jpg)


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