23. Oktober 2013

Marburger Aktivitätstagebuch

Als ich letzte Woche bei meiner Therapiestunde war, gab mir meine Therapeutin am Ende der "Sitzung" das Marburger Aktivitätstagebuch mit.



In diesem tabellarischen Tagebuch hat man die Möglichkeiten, seine Aktivitäten zu vermerken, um anhand dessen festzustellen, welche Situationen leicht zu händeln sind und wann Ängste und ggf. Panik auftritt. 
Gerade dann, wenn man auf diese Situationen zurückblickt, ist es vielleicht gut, ein solches Hilfsmittel zu haben. 

 

Hier ein kleiner Einblick in das "Tagebuch":


Wie hier zu sehen ist, bekommt man die Möglichkeit die wichtigsten Angaben einzutragen, die mit Angst und Sicherheit zutun haben könnte.

War man alleine oder hatte man jemanden an seiner Seite, der das Gefühl der Sicherheit vermittelte?
War es eine alltägliche Situation, wie z.B. Einkaufen oder Arbeit? Oder vielleicht doch etwas, was man nicht jeden Tag erlebt?
Hat man damit gerechnet, dass die Angst auftreten könnte oder kam sie aus dem Nichts?

Manchmal ist es leider so, dass man schon mit einem schlechten Gefühl in eine Situation geht und gedanklich immer damit rechnet, dass Angst auftreten könnte. Und natürlich bietet dies ausreichend Nährboden, damit die Angst auch wirklich auftritt. 
In anderen Situationen kann die Angst auch ganz plötzlich und total unerwartet auftreten. 
Man befindet sich vielleicht in einer gewohnten Umgebung und tut etwas, was man zuvor öfter schon problemlos getan hat... und plötzlich geht es los. Der Puls rast, das Herz schlägt bis zum Hals...

Dieses "Tagebuch" dient für mich vorallem dazu, Erfolge festzustellen. 
Ich kann sehen, dass ich vielleicht öfter damit rechne, dass Angst auftritt, diese aber zum Glück "auf sich warten lässt".
Oder ich sehe, dass auch ungewohnte Tätigkeiten, die mir zuvor vielleicht einige beängstigende Gedanken beschert haben, leichter zu bewältigen waren, als ich es erwartet hatte.
Wenn ich ein Erlebnis eintrage und darüber nachdenke, wie Intensiv ich die Angst verspürt habe, kann ich evtl. feststellen, dass meine Angst im Vergleich zu anderen Situationen viel geringer auftrat, als ich es vielleicht in dem Moment eingeschätzt habe. 


Ich persönlich finde es ein nettes Hilfsmittel und werde bis zur nächsten Therapiestunde versuchen, die Tabelle fleißig zu füllen. Somit dient es auch für mich als eine Art Ansporn, genügend Dinge zu erleben, um auch etwas eintragen zu können.

Für Leidensgenossen ist es vielleicht auch eine Möglichkeit, das Erlebte einfach mal zu reflektieren.
Und für Nicht-Betroffene war es ggf. mal interessant zu sehen, welche Hilfsmittel man von einem Therapeuten erhalten kann ;-)

L.H.P. 



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