7. September 2013

Wenn das Bauchgefühl bestimmt...

Ich bin Jemand, der sich ganz stark durch das Bauchgefühl leiten lässt. 
Einerseits höre ich oft genug auf mein Herz, aber kommt es zu wichtigen Entscheidungen in meinem Leben, höre ich doch eher auf das, was das Bauchgefühl mir sagt. 
Manchmal treffe ich dann auch Entscheidungen, die für manch andere nicht ganz nachzuvollziehen sind. 
Ein Beispiel: Ich hatte vor ein paar Monaten ein Vorstellungsgespräch (da die Beendigung meines letzten Beschäftigungsverhältnisses absehbar war). Das Gespräch verlief super, die Atmosphäre war gut und die Gesprächspartner waren sehr nett. Warum auch immer hatte ich jedoch während des Gespräches ein seltsames Gefühl. Nach dem Termin verblieben wir so, dass ich mir den Ablauf des Betriebes durch einen Probetag anschauen sollte. Wir vereinbarten einen neuen Termin und ich fuhr nach Hause.
Ich hatte mich entschieden, dem Betrieb trotz jeglichem Bauchgefühl eine Chance zu geben (denn wer ist schon gerne arbeitslos?!). 

(Quelle: http://www.derberater.de/sport-fitness/gesundheit/medizin)
Also besuchte ich den Betrieb erneut, um mir ein Bild von deren Arbeitsabläufen zu machen. 
Wir sprachen auch offen über meine gesundheitliche Einschränkung, obwohl mir bewusst war, dass ich gesetzlich nicht verpflichtet bin, dem Arbeitgeber dies mitzuteilen. 

Anhand der Resonanz war mir auch schnell bewusst, dass dies keine große Rolle für den Arbeitgeber spielte. Der Tag verlief soweit ganz gut. Ich lernte meine potenziellen Kollegen kennen und sah mir die Tätigkeiten dort an. Auf den ersten Blick war dort nichts, was mir Angst machte oder mich sehr unter Druck setzte. 
Und doch hatte ich die ganze Zeit ein merkwürdiges Gefühl. 
Am Ende des Probetages teilte man mir mit, dass man mich gerne einstellen möchte. 
Natürlich fühlte ich mich geehrt, da es aus meiner Sicht ziemlich "einfach" war. Ich sagte, ich würde gerne noch eine Nacht darüber schlafen und würde mich melden. 
Zuhause dachte ich erneut über den Tag nach. Das Bauchgefühl blieb. Auch am nächsten Tag war mein Gefühl diesbezüglich unverändert. Ich rief also an, bedankte mich für den Tag und für die Einstellungszusage, lehnte jedoch ab. 
Natürlich ist mir bewusst, dass man sich heutzutage nicht erlauben kann, Stellen abzulehnen. Nur was bringt es mir in einem Betrieb beschäftigt zu sein, wo ich mich nicht wohlfühle?!
In der Vergangenheit habe ich bei solchen Entscheidungen öfter auf meinen Kopf gehört, was dazu führte, dass ich im Endeffekt nicht glücklich war. 
Meinen Ausbildungsbetrieb habe ich durch eine reine Kopfentscheidung ausgesucht. 
Dies führte dazu, dass ich die womöglich schlimmsten drei Jahre meines bisherigen Lebens dort hatte. 

Ich weiß, dass die Bauchentscheidungen oft nicht rational sind, aber wenn sie einen dahinführen, wo man am Ende sein möchte, dann sollte man eventuell auch mal irrationale Entscheidungen treffen. 

In diesem Sinne...

L.H.P.


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